Jahresrückblick 2025

Vor einem Jahr hatten wir bereits in unserem Jahresrückblick 2024 ein Rekordjahr festgestellt. Nun wurde dieser Rekord 2025 erneut mit noch mehr Einsätzen gebrochen. Bereits im Januar kam es zu verschiedenen antifaschistischen Kundgebungen und Demonstrationen. Im Fokus lag die anstehende Bundestagswahl, bei der die AfD schließlich mit einem Stimmenzuwachs von rund 10% aus dem Rennen ging.

Im Februar gingen die Proteste gegen die AfD und für eine klare Brandmauer gegen Rechts weiter, nachdem Union und FDP am 29. Januar zusammen mit der AfD im Bundestag eine Verschärfung der Migrationspolitik beschlossen hatten. Weitere Demonstrationen waren u.a. gegen die NATO-Sicherheitskonferenz in München, zum Gedenktag zu 5 Jahre Hanau, gegen den Völkermord in Palästina und in Solidarität zur inhaftierte Hanna.

Der März steht traditionell im Zeichen der Frauen*rechte. Uns so sicherten wir am 8. März gleich in 3 Städten die Frauen*kampfdemonstrationen ab: Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen. Außerdem betreuten wir die Proteste gegen die ultrarechte Demonstration „Gemeinsam für Deutschland“ in Stuttgart.

Der April begann für uns mit einem Global Climate Strike von Fridays for Future in Stuttgart und setzte sich mit dem traditionellen Ostermarsch fort, bevor am 26. April ultrarechte Gruppierungen gleich in 3 Städte in Baden-Württemberg mobilisierten. An diesem Tag sicherten wir die Proteste gegen „Gemeinsam für Deutschland“ in Reutlingen, Balingen und Karlsruhe ab.

Der Mai bleib auch nach dem Kampftag der Arbeiterklasse, den wir in Stuttgart, Waiblingen und Karlsruhe begleiteten, einsatzintensiv. Neben zwei alternativen Festivals gab es erneute mehrfach Proteste gegen die selbsternannte Alternative für Deutschland und eine erneute Demonstration von „Gemeinsam für Deutschland“, die von Protesten begleitet wurde.

Im Pride-Monat Juni sicherten wir in Tübingen den Christopher Street Day (CSD) und in Stuttgart die Critical pride ab. Außerdem hatten rechte Gruppen in Pforzheim gegen den dortigen CSD mobilisiert, wobei wir die antifaschistischen Proteste vor Ort begleiteten. Neben einer Solidaritätsdemonstration nach einem Knasturteil waren wir noch als Sanitätsdienst und mit einem Infostand beim Jahresfest des P8.

Der Pride-Monat setzte sich auch im Juli mit dem Christopher Street Day (CSD) in Schwäbsich Hall fort. Es folgten eine Demonstration gegen Polizeigewalt und das alljährliche Kicken gegen Rechts in Stuttgart, bei dem wir auch mit einer Übungsstation zur Reanimation und einem Erste-Hilfe-Quiz vor Ort waren.

Auch der August war noch Pride-Monat mit dem unkommerziellen CSD Nürnberg. Es folgten das alljährliche Umsonst & Draußen Festival und eine Palästinademonstration. Besonders in Erinnerung wird uns jedoch der Einsatz bei den „Rheinmetall Entwaffnen“ Protesten in Köln bleiben: Eine Woche Camp, zahlreiche Aktionen und Demonstrationen, massive Polizeigewalt, vor allem bei der abschließenden Großdemonstration, und 371 Patient*innen.

Der September behandelte die großen Themen des Jahres: zunehmende rechte Angriffe auf queere Menschen mit der Trans-Pride in Stuttgart, den Völkermord in Gaza mit einer Palästina-Demonstration in Stuttgart und das Erstarken der extremen Rechten mit der antifaschistischen Demonstration in Mannheim unter dem Motto „Es langt!“.

Ein weiteres Thema des Jahres war die zunehmende Militarisierung in Deutschland, das mit der „Nie wieder Krieg!“ Demonstration im Oktober adressiert wurde. Außerdem sicherten wir die Demonstration gegen das Entern der Gaza Globale Sumud-Flottille durch Israel in Karlsruhe und den Mad Pride Day in Stuttgart ab. Auch begannen wir mit Erste-Hilfe Workshops, um die Demonstrierenden besser zur Selbsthilfe zu befähigen.

Im November sicherten wir zunächst die Demonstration zum Tag gegen Gewalt an Frauen unter dem Motto „We fight back!“ ab, bevor wir zusammen mit viele Demonsanitäter*innen aus ganz Deutschland in Gießen die Proteste gegen die Neugründung der Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD) absicherten. Erneut kam es zu viel Polizeigewalt gegen die Demonstrierenden.

Den Abschluss des Jahres macht bekanntlich der Dezember. In diesem Jahr mit Protesten gegen das Fußballspiel Maccabi Tel-Aviv versus VfB Stuttgart, eine Demonstration gegen die Polizei-Überwachungssoftware Palantir in Stuttgart, die „No Justice, no Peace“ Demonstration in Ludwigsburg und den traditionellen Knastspaziergang an Silvester.

Auch hinter den Kulissen haben wir weiter am Ausbau unserer Struktur gearbeitet und z.B. ein neues Lager in Karlsruhe bezogen, Mitgliedsausweise eingeführt und eine große Spendenkampagne durchgeführt.


Die Spendenkampagne 2025

Anfang des Jahres 2025 sah es für unseren Verein finanziell wirklich schlecht aus, auch wenn wir von einer Pleite zum Glück noch weit entfernt waren. Die 2024 nachgelassenen Spenden bedeuteten für uns eine schwierige Situation, die weitere Investitionen in den Ausbau des Vereins, z.B. die Miete für das neue Lager in Karlsruhe, unmöglich gemacht und die wenigen Rücklagen des Vereins nach und nach aufgefressen hätten.

Um so glücklicher können wir nun auf eine sehr erfolgreiche Spendenkampagne im vergangenen Jahr zurück blicken, die uns viele Spenden beschert und den Verein so auf finanziell solidere Füße gestellt hat. Viele einmalige Spenden haben es uns ermöglicht, neue Rücklagen zu bilden, die den Fortbestand des Vereins und unserer Arbeit sichern. Gleichzeitig haben wir auch neue Spender*innen gewonnen, die uns regelmäßig mit kleineren Beträgen unterstützen. Hier bedarf es künftig aber auch weiter neuer regelmäßiger Spenden, um die laufend anfallenden Kosten bei steigenden Preisen zu decken. Wer nun Lust bekommen hat, uns auch regelmäßig zu unterstützen, bekommt HIER alle Informationen.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Spender*innen bedanken, die unsere Arbeit finanziell unterstützen und so überhaupt erst ermöglichen. Außerdem wollen wir einen besonderen Dank an die vielen Organisationen richten, die unsere Spendenkampagne weiterverbreitet oder sogar eigene Veröffentlichungen im Rahmen der Kampagne gemacht haben. Euer Vertrauen in uns und euer Engagement für uns hat uns sehr berührt.


Die Einsatzstatistik 2025

Im Jahr 2025 waren wir für euch insgesamt 56 Mal im Einsatz. Damit konnten wir in diesem Jahr 4 Einsätze mehr bewältigen als im Jahr zuvor. Trotzdem konnten wir aber immer noch nicht bei allem dabei sein, wofür wir angefragt wurden und wo es wichtig gewesen wäre. Die Zahl der Einsatztage lag dabei bei 55, was durchschnittlich mehr als einen Einsatztag pro Woche bedeutet. 4 Einsätze erstreckten sich über mehrere Tage. An 9 Tagen fanden 2 bis 5 Einsätze parallel oder nacheinander statt. Insgesamt versorgten wir 695 Patient*innen, was eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr mit 399 Patient*innen ist und die höchste Zahl, die wir je in einem Jahr versorgt haben. Auch die Zahl der Übergaben an Rettungsdienst, Krankenhäuser und Arztpraxen nahm gegenüber den Vorjahren deutlich zu und betrug 51 Übergaben im Jahr 2025 gegenüber 17 Übergaben im Jahr 2024. Da vor allem Patient*innen in eine Weiterbehandlung übergeben werden, die nicht vor Ort ausreichend versorgt werden können, ist dadurch auch eine Zunahme der Verletzungs- bzw. Erkrankungsschwere feststellbar.


Die Versorgungszahlen aufgeschlüsselt:

Jahr 2025Jahr 2024 (Vergleich)
chirurgisch416189
internistisch13963
Reizgase89110
psychisch5137

Die Statistik nach Monaten:


Folgende Einsätze hatten mindestens 15 Hilfeleistungen:

Die Gesamtpatient*innenzahlen können abweichen. Es wurden lediglich Versorgungen durch unsere eigenen Kräfte bzw. unter deren Aufsicht aufgeführt, nicht aber Versorgungen anderer Sanitätsorganisationen. Dunkelziffern sind ebenfalls nicht berücksichtigt.

  • März: „Den rechten Aufmarsch verhindern“ Proteste (32 Versorgungen) – Stuttgart
  • April: Proteste gegen „Gemeinsam für Deutschland“ Demonstration (23 Versorgungen) – Reutlingen
  • Juni: P8-Jahresfest (15 Versorgungen) – Karlsruhe
  • Juli: Kicken gegen Rechts (36 Versorgungen) – Stuttgart
  • August: Umsonst & Draußen Festival (90 Versorgungen) – Stuttgart
  • August: Rheinmetall Entwaffnen Camp, Aktionen & Demonstrationen (371 Versorgungen) – Köln
  • November: Proteste gegen Neugründung der AfD Jugendorganisation (31 Versorgungen) – Gießen

Wir freuen uns auf ein tolles Jahr 2026 mit euch!