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Pressemitteilungen

Pressemitteilung Nr. 25 – Kandel: Demonstrant durch Polizeihund verletzt

+++ 6 Verletzte, 2 Krankenhausbehandlungen, Kampfhundeinsatz durch Polizei +++

Kandel, den 6. Oktober 2018, Unter dem Motto “Kein Platz für rechte Hetze” haben mehrere hundert DemonstrantInnen ihren Protest gegen einen rechten Aufmarsch des sogenannten “Frauenbündnisses Kandel” auf die Straße getragen. Die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. sicherte die angemeldete Demonstration im Auftrag des Veranstalters sanitätsdienstlich ab.

Am Rande der Proteste kam es zu mehren Verletzten durch die Polizei. Ein am Einsatz beteiligter Rettungsassistent erinnert sich: “Als ich beim Verletzten ankam, wurde dieser mit auf den Rücken gefesselten Händen von mehreren Polizisten gegen ein Einsatzfahrzeug der Polizei gedrückt. Er wimmerte vor Schmerzen und flehte nach Hilfe. Trotzdem verging eine in dieser Situation mir unendlich lang vorkommende Zeit, bis der Patient endlich aus dieser schmerzhaften Position befreit wurde. Wie ich später genauer sehen konnte, hatte er am linken Oberarm und rechten Oberschenkel große Biss- und Krallenwunden, die wohl durch einen Kampfhund der Polizei zugefügt wurden.

Ein Krankenwagen des Deutschen Roten Kreuzes Kandel befand sich zum Zeitpunkt meines Eintreffens bereits vor Ort. Sofort wurde ich sowohl von den vor Ort befindlichen Polizisten, als auch vom Team des Krankenwagens massiv verbal angegangen. Dabei wurde nicht nur unser grundlegender Auftrag angezweifelt, die Versorgung von Verletzten DemonstrantInnen wurde auch als Spiel bezeichnet, dass man nicht mehr mit mache. Dabei verhielt sich die Besatzung des Krankenwagens in keiner Weise kollegial, sondern schien de Patienten eher als ihr Eigentum zu begreifen. Weiter wurde mir mit einer Anzeige wegen einer angeblichen Amtsanmaßung und mit einer Gewahrsamnahme gedroht, wenn ich die Örtlichkeit nicht verlasse. Währenddessen konnte ich sehen, wie sich der Patient im Krankenwagen weiter vor Schmerzen krümmte und seine Fesseln trotzdem nicht gelöst wurden. Ich wurde dann von der Polizei des Platzes verwiesen, obwohl ich mutmaßlich die höchst ausgebildete Sanitätskraft vor Ort war und der Patient ausdrücklich eine Behandlung durch mich wünschte.

Einige Minuten später wurde ich erneut zu dem durch Hundebisse verletzten Patienten gerufen. Dieser hatte sich selbst aus der Behandlung des Roten Kreuzes entlassen. Er erzählte mir, dass ihm jegliches Vertrauen in das Team des Krankenwagens gefehlt habe, nachdem sie sich über ihn und seine Verletzungen lustig gemacht hätten. Bei der darauffolgenden Behandlung des Patienten konnte ich grobe Behandlungsfehler des Krankenwagenteams feststellen. So war z.B. eine klaffende Bisswunde ohne Kompesse versorgt worden, sondern ausschließlich mit einer unsterilen Binde.

Es ist heftig so nah an einem Verletzten zu stehen und nicht helfen zu können, ja sogar von den eignen Kollegen angegangen zu werden. Ich möchte an der Stelle aber betonen, dass wir normalerweise sehr gut mit den Kollegen des Roten Kreuzes zusammenarbeiten. Um so überraschter bin ich von dieser Verhaltensweise!”

Insgesamt mussten die Einsatzkräfte der Sanitätsgruppe Süd-West e.V. 6 PatientInnen behandeln. Neben dem Patient mit Bisswunden handelte es sich um eine Kopfplatzwunde, zwei Verletzte durch Pfefferspray, sowie zwei weitere Bagatelltraumata. Grade die weiter oben geschilderte Behinderung durch die vor Ort befindlichen Polizeibeamten und die wortwörtliche Aberkennung unserer Rechte im Rahmen eines Sanitätsdienstes stellt einen groben Rechtsverstoß dar, wurden DemosanitäterInnen doch gerade erst in einem Präzedenzurteil weitreichende Recht durch das Landgericht Berlin eingeräumt.

Update:

Update zum Geschehen in Kandel

Klarstellung:

Kandel: Verhältnis zum Deutschen Roten Kreuz

Pressemitteilung Nr. 24 – Hohe Verletztenzahlen bei Protesten gegen “Tag der Deutschen Zukunft” in Karlsruhe

+++ über 100 Verletzte, 4x Rettungsdienst, Pfefferspray- & Schlagstockeinsatz +++

Karlsruhe, den 03. Juni 2017, Die Proteste gegen den größten Naziaufmarsch 2017 “Tag der Deutschen Zukunft” in Karlsruhe wurden von der Sanitätsgruppe Süd-West in Kooperation mit anderen Organisationen sanitätsdienstlich begleitet.

Lena Schmidt, Pressesprecherin der Sanitätsgruppe Süd-West fasst den Einsatz zusammen: “Im Laufe des Tages mussten ca. 100 Patienten versorgt werden. Eine genaue Zahl konnte aufgrund der unübersichtlichen Situationen nicht dokumentiert werden. Deshalb ist auch von einer besonders hohen Dunkelziffer auszugehen. Insgesamt mussten 4 Patienten an den Rettungsdienst übergeben werden, da eine Behandlung im Krankenhaus notwendig war. Ein Großteil der Verletzten geht auf den massiven Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz der Polizei zurück.”

Aufschlüsselung der Versorgungen:
– 4x Kollaps
– 2x Nasenbluten nach Faustschlag
– 1x starke Atemnot nach Schlag auf die Brust
– 1x Schmerzen nach Rotationstrauma beider Beine
– 1x Schlag ins Genick
– 1x Schmerzen aufgrund Wurf auf PKW-Motorhaube durch Polizei
– Verletzungen durch Pfeffersprayeinsatz
– Verletzungen durch Schlagstockeinsatz

PRESSEMITTEILUNG NR. 23 – VORLÄUFIGE VERLETZTENZAHLEN BEI DEN GEGENPROTESTEN GEGEN DIE KUNDGEBUNG VON “FELLBACH WEHRT SICH” & “REBELLEN FÜR DEUTSCHLAND”

Fellbach, den 22. Oktober 2016, Die Sanitätsgruppe Süd-West sicherte am heutigen Samstag die Gegenproteste gegen die Kundgebung von “Fellbach wehrt sich” & “Rebellen für Deutschland” ab. Dem Aufruf des Bündnisses folgten über 300 Personen.

Bereits vor Beginn der Kundgebung kam es von Seiten der eingesetzten Reiterstaffel zu Provokationen, indem sie in die Gegendemonstration hinein geritten ist. Während des Demonstrationszuges von “Fellbach wehrt sich” & “Rebellen für Deutschland” wurde mehrmals massiv vom Schlagstock und Pfefferspray gebraucht gemacht. Von den SanitäterInnen und freiwilligen HelferInnen vor Ort wurden im Verlauf der Gegenveranstaltungen insgesamt 41 Patienten versorgt. Es muss von einer uns nicht bekannter Dunkelziffer ausgegangen werden. Besonders hervorgehoben werden muss ein Vorfall bei dem ein eingesetzter Beamter der Reiterstaffel gezielt sein Pferd auf den Fuß eines Gegendemonstrationsteilnehmer gelenkt hat.

 

(Stand 18:20)

 

Für Rückfragen steht Ihnen unser Pressesprecher unter 0160 430 80 60  zur Verfügung.

PRESSEMITTEILUNG NR. 22 – VORLÄUFIGE VERLETZENZAHLEN BEI DEN GEGENPROTESTEN GEGEN DEN BUNDESPROGRAMMPARTEITAG DER AFD AN DER MESSE STUTTGART

Stuttgart, den 30. April 2016, Die Sanitätsgruppe Süd-West sicherte am heutigen Samstag zusammen mit anderen Sanitätsgruppen aus dem gesamten Bundesgebiet die Gegenproteste gegen den Bundesprogrammparteitag der Alternativen für Deutschland (kurz AFD) ab. Dem Aufruf zweier großen Bündnisse folgten über tausend Personen. Bereits in den frühen Morgenstunden wurde von der Polizei vom Schlagstock und Pfefferspray Gebrauch gemacht. Von den Sanitätern vor Ort wurden im Verlauf der Gegenveranstaltungen insgesamt 61 Patienten versorgt werden. Es muss von einer uns nicht bekannter Dunkelziffer ausgegangen werden.

Um 13 Uhr startete in der Lautenschlagerstraße am Hauptbahnhof Stuttgart ein Demonstrationszug über den Cityring. Im Zuge der Demonstration mussten keine Personen sanitätsdienstlich behandelt werden.

Aufgrund mehreren Meldungen aus dem Umfeld der Gefangenensammelstelle (kurz GeSa) wurden Sanitätskräfte der Sanitätsgruppe Süd-West an die Messehalle 9 der Messe Stuttgart verlegt. Der Einsatz dauert an.

(Stand 16:30)

 

Für Rückfragen steht Ihnen unser Pressesprecher unter XXXX-XXX XXX XX zur Verfügung.

Pressemitteilung Nr. 21 – Presseinformation zu Protesten gegen den AfD Bundesprogrammparteitag am 30.04.2016

Stuttgart, den 28. April 2016, Die Sanitätsgruppe Süd West wird am Samstag 30. April 2016 zusammen mit anderen Sanitätsorganisationen die Gegenproteste gegen den Bundesprogrammparteitag der Alternative für Deutschland (kurz AfD), der im Internationalen Congresszentrum Stuttgart stattfindet, sanitätsdienstlich absichern.

Ab 06:00 Uhr wird unser Pressesprecherteam unter folgender Telefonnummer XXXX/XXXXXXX erreichbar sein. Bei Fragen zu unserem Einsatz steht ihnen unser Pressesprecher den Tag über gerne Rede und Antwort.

Nach Abschluss des Einsatztages werden wir wie gewohnt eine Pressemitteilung, mit den von uns erfassten Patientenzahlen veröffentlichen.