Am gestrigen Dienstag nahmen laut Veranstalter*innen trotz kaltem und regnerischem Wetter rund 1200 Personen an der Demonstration zum Tag gegen Gewalt an Frauen in Stuttgart teil. Um 17:30 Uhr begann die Demonstration mit einer Kundgebung auf dem Wilhelmsplatz in der Innenstadt. Nach mehreren Redebeiträgen zog die Demonstration über die Eberhardstraße am Marktplatz vorbei zum Schlossplatz, wo sie mit einer Endkundgebung abschloss.
Wir begeleiteten die Demonstration mit einem Sanitätsteam. Mussten aber keine Patient*innen versorgen.
Nach Beendigung der Demonstration erhielten wir einen Alarm der Region der Lebensretter. Dabei handelt es sich um eine App für medizinisches Fachpersonal, die einen alarmiert wenn in der Nähe eine Person bei der Leitstelle als bewusstlos oder mit Herzkreislaufstillstand gemeldet wird. Dadurch soll die Zeit bis zum Beginn von Reanimationsmaßnahmen verkürzt und so das Outcome der Patient*innen verbesser werden. Wir trafen aber in diesem Fall keine hilfsbedürftige Person mehr am Notfallort an und konnten auch dem Rettungsdienst Entwarnung geben.
Wie bereits im letzten Jahr sicherten wir gestern den Christopher Street Day in Schwäbisch Hall notfallmedizinisch ab. Rund 400 Teilnehmer*innen liefen in einem bunten Zug durch die Innenstadt von Schwäbisch Hall. Im Anschluss an die Demonstration gab es ein Sommerfest mit leckerem veganen Döner.
Seit 1921 setzen Frauen auf der ganzen Welt am 8. März ein Zeichen für Gleichberechtig und gegen patriarchale Diskiminierung. Der internationale Frauenkampftag geht zurück auf einen Vorschlag Clara Zetkins auf der internationalen Konferenz sozialistischer Frauen 1910. Sie griff damit eine Idee aus dem USA auf, wo bereits im Jahr zuvor ein Kampftag für Frauenstimmrecht stattgefunden hatte. In den Folgejahren wechselte mehrmals das Datum, bevor man sich auf einer internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 auf den 8. März einigte, dem Tag an dem ein Streik von Textilarbeiterinnen 1857 in New York überliefert, aber nicht eindeutig belegt ist. Vor allem waren am 8. März 1917 (23. Februar nach julianimschem Kalender) jedoch die Frauen in Petrograd auf die Straße gegangen und hatte so die Februarrevolution in Russland ausgelöst. Seit den Anfängen des 8. März wurde viel erkämpft: das Frauenwahlrecht, Arbeitsrecht ohne Zustimmung des Ehemanns, Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe und vieles mehr. Und doch bleiben viele Themen, die dem Tag auch heute noch seine Berechtigung geben: zum Beispiel die Genderpaygap, Care-Arbeit, Gewalt an Frauen, die Illegalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, die Doppeldiskriminierung queerer Personen und BIPOCs, sowie nicht zuletzt eine erstarkende Rechte, die viele Errungenschaften wieder rückgängig machen will. Und so gingen auch heute wieder in ganz Deutschland und weltweit Frauen, FLINTA und Queere gemeinsam mit solidarischen Männern auf die Straße um diesen Themen Gehör zu verschaffen.
Als Sanitätsgruppe Süd-West e.V. begleiteten wir die Demonstrationen zum 8. März in Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen. In Stuttgart beteiligten sich rund 5000 Teilnehmer*innen an der Demonstration. Es kam zu kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei und einzelnen Festnahmen. Eine Person musste in Stuttgart durch uns behandelt und an den öffentlichen Rettungsdienst übergeben werden. Im Karlsruhe und Tübingen beteiligten sich jeweils ca. 1700 Personen an den Demonstrationen. Wir hatten eine Behandlung in Tübingen. Im Karlsruhe mussten wir niemanden versorgen. Wir wünschen allen Patient*innen eine gute Genesung und bedanken uns beim DRK-Rettungsdienst für die gute Zusammenarbeit.
(Quelle Titelbild und Bild 1, 3, 4 aus Tübingen: Luca Engelhard)
Bilder aus Stuttgart:
Bilder aus Karlsruhe:
Bilder aus Tübingen:
In eigener Sache:
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