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Proteste gegen AfD Veranstaltung im Rathaus

Heute sicherte ein Team von uns die Proteste von Stuttgart gegen Rechts gegen eine Veranstaltung der AfD im Stuttgarter Rathaus ab. Glücklicherweise mussten wir keine Patient*innen versorgen.

Erneuter Einsatz in Ingelheim

Heute waren wir erneut in Ingelheim am Rhein im Einsatz. Wir sichterten nun zum dritten Mal die antifaschistischen Proteste gegen eine Kundgebung der rechten Kleinpartei “Die Rechte” ab. Dabei hatten wir diesmal glücklicherweise keine Patient*innen.

Einsatz bei #RheinmetallEntwaffnen

Heute war unser Team über 12 Stunden bei den antimilitaristischen Protesten von #RheinmetallEntwaffnen im Einsatz. Das Bündnis hatte zu insgesamt 3 Blockaden gegen den Rüstungskonzern aufgerufen, die u.a. von uns seit 6 Uhr in der Früh sanitätsdienstlich abgesichert wurden. Dabei versorgte unser Team insgesamt 8 Patient*innen (5x chirurgisch, 3x internistisch).

Aktuell befinden sich unsere Einsatzkräfte auf der weiten Heimreise nach Stuttgart.

(Bildquelle u.a.: Nico Kuhn)

Demo in Ingelheim, doch alles bleibt ruhig

Nach den Ereignissen des letzten Wochenendes waren die Befürchtungen groß. Erneut hatte die ultra rechte Partei “Die Rechte” für heute zur Kundgebung in Ingelheim aufgerufen. Dagegen waren auch diesmal vielfältige Proteste angekündigt, die von der Sanitätsgruppe Süd-West e.V. zusammen mit befreundeten Sanitätsgruppen aus Bayern und NRW mit insgesamt 11 Helfer*innen absichert wurden.

Während die Polizei den Bahnhof und die Kundgebungsorte mit Gittern und einem Großaufgebot absperrte, versuchten viele Medienvertreter*innen die Ereignisse des vergangenen Wochenendes aufzuarbeiten, bei denen 116 Gegendemonstrant*innen verletzt wurden.

Die Bilanz des heutigen Tages hingegen blieb weitgehend unspektakulär. Während die Zahl der Teilnehmer*innen der rechten Kundgebung kaum die Rede wert ist, waren deutlich mehr Menschen nach Ingelheim gekommen, um gegen die rechte Versammlung zu demonstrieren, als es die Auflagen aus Pandemieschutzgründen vorsahen. Deshalb wurde der Platz der zentralen Gegenkundgebung für weitere Teilnehmer*innen gesperrt, die dann mit einer Spontandemonstration durch die Innenstadt zogen. Wir zählten zusammen mit den anderen Demosanitätsgruppen ingesamt 3 Hilfeleistungen (2x internistisch, 1x chirurgisch).

Wir möchten uns bei der Sanitätsgruppe Süd-Ost aus Regensburg und Umgebung, sowie den Demosanitäter*innen aus Köln/Bonn für die tolle Zusammenarbeit bedanken.

(Bildquelle: u.a. Mainz &)

Klarstellung zu den Vorkommnissen in Ingelheim am 15.08.2020

Laut Presseberichten wird von der Polizei behauptet, wir hätten am Samstag jegliche Kooperation verweigert. Was unter dieser sehr allgemeinen und unkonkreten Aussage zu verstehen ist, ist uns schleierhaft. Wie wir bereits in unserer Pressemitteilung festhielten, verhielt sich die Polizei uns gegenüber weitgehend kooperativ, was natürlich auch nur möglich war, weil wir den gesamten Tag immer wieder in Kommunikation mit der Polizei standen. Selbstverständlich haben wir hierbei versucht die Versorgungssituation zu verbessern, wie es unsere Aufgabe ist. Es gab allerdings eine Situation, in der die Polizei unsere Verletztenablage überrannte und unsere Einsatzkräfte bedrohte.

Leider werden immer wieder unsere Verletztenzahlen angezweifelt. Dabei sollte klar sein, dass schnell viele betroffen sind, wenn mehrfach Pfefferspray gegen eine Menschenmenge eingesetzt wird. Der Einsatz von Pfefferspray wurde in der Pressemitteilung der Polizei ebenso bestätigt, wie der Einsatz von Schlagstöcken. Beides ist daher unstrittig. Im Internet finden sich diverse Videos, die dies ebenfalls belegen. Wie auf Sanitätsdiensten oft üblich führen unsere Teams Strichlisten über die von ihnen versorgten Patient*innen, die in grobe Kategorien (chirurgisch, internistisch, psychisch, Reizgase) unterteilt sind. Diese Zahlen werden anschließend zusammen getragen und mögliche Dopplungen ausgeschlossen. Daraus ergibt sich eine Statistik, die Grundlage unserer Veröffentlichungen ist. Zum Schutz der Identität unserer Patient*innen werden regelmäßig keine Dokumente über personenbeziehbare Daten angefertigt.

Update 1:

Der Polizeivizepräsident behauptet “Dagegen habe sich vor Ort lediglich ein verletzter Versammlungsteilnehmer zu erkennen gegeben und Erste Hilfe durch Polizeibeamte abgelehnt.”, bestätigt aber gleichzeitig den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock.
Wir fragen uns: Was glaubt er, was passiert, wenn man Pfefferspray und Schlagstock einsetzt? Ja richtig, man verletzt Menschen damit! Zu erkennen waren diese Verletzte eindeutig – auch für die Polizei.
https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/rhein-main/nach-polizeieinsatz-in-ingelheim-ermittlungen-gegen-beamte_22124373

Update 2:

“Die Rettungsleitstelle meldete laut Brühl keine Einsätze im Zusammenhang mit dem Demonstrationsgeschehen in Ingelheim.”

Die Verletzten wurden nicht vom Rettungsdienst, sondern von uns, dem Sanitätsdienst vor Ort versorgt.

Grundsätzlich halten wir uns als darauf spezialisierter Fachdienst deutlich näher am Geschehen auf und können direkt Verletzte versorgen, die der Rettungsdienst selbst nie zu Gesicht bekommt, da er aus Eigenschutz weit ab vom Geschehen steht oder erst anfahren muss.

https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/rhein-main/strafrechtliche-ermittlungen-gegen-sechs-polizisten_22125301