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Aktuelles

Es ist Zeit für Solidarität!

Aktuell ist der Coronavirus überall das Hauptthema. Die Timlines sind voll von guten und weniger guten Ratschlägen, von Informationen und Fehlinformationen. Wir haben uns bis jetzt bewusst nicht zum Coronavirus geäußert, um die Panik nicht weiter anzufachen. Gute Ratschläge von Händewaschen bis Abstandhalten haben wir alle schon zu Hauf gelesen.

Doch nun wollen wir einige grundlegende Feststellungen treffen:

1) Warum ist der Coronavirus überhaupt so ein Problem?
Schaut man sich die aktuellen Zahlen an, so wird man eine große Varianz in den Sterblichkeitsraten des Coronavirus feststellen (teilweise weit oberhalb, teils weit unterhalb der Sterblichkeiten der letzten Grippeausbrüche). Im Schnitt liegen diese gerade weltweit bei 3,7% aller positiv Getesteten (China 3,9%, Italien ca. 7%, Deutschland 0,2% – Stand 14.03.2020). Natürlich handelt es sich hierbei nur um einen aktuellen Stand bei vielen noch nicht endgültig abgelaufenen Erkrankungen. Trotzdem lässt es eine gewisse Einordnung der Lage zu, wenn man diese Zahlen mit der jeweiligen Situation vor Ort in Verbindung bringt. Denn diese Zahlen hängen unmittelbar von den medizinsichen Versorgungsmöglichkeiten vor Ort ab. Momentan ist in Deutschland nachwievor eine gute individuelle intensivmedizinische Versorgung für alle Erkrankten möglich. In Italien hingegen übersteigt die Zahl der Patienten inzwischen deutlich die Kapazitäten der Kliniken. Drastische Einsparungen der letzten Jahre wirken sich nun negativ aus und fordern konkret Menschenleben. Auch in Deutschland hat mit der Umstellung auf das Fallpauschalenmodell schon vor vielen Jahren ein Abbau der Kapazitäten begonnen, der nach wie vor andauert. Erst 2019 veröffentlichte die Bertelsmannstiftung eine Studie in der 50% der Klinikkapazitäten als überflüssig deklariert wurden. Wie falsch sie damit liegen, können wir heute live miterleben, doch die Politik sprang sofort drauf an. Daher heißt es nun aus den Folgen zu lernen und den weiteren Abbau von Kliniken endgültig zu stoppen. Gesundheit ist keine Ware, beste medizinische Versorgung ist ein Menschenrecht!

2.) Aktuell befinden wir uns in der Situation, dass sich der Coronavirus nicht länger durch einzelne Quarantänemaßnahmen einschränken lässt. Diese Maßnahmen waren bei geringen Fallzahlen durchaus sinnvoll. Inzwischen allerdings geht es nunmehr darum die in Italien bereits existente Überforderung des Gesundheitssystems in Deutschland zu verhindern. Dazu bedarf es einer Mitarbeit von uns allen:
– Viele einfache Erkältungen brauchen keine besondere medizinische Betreuung. Viele Infektionen verlaufen harmlos oder sogar symptomfrei. Lasst die Kapazitäten von der Hotline bis zum Krankenhaus denjenigen, die sie wirklich benötigen. Bleibt wenn ihr krank seit zuhause und trinkt einen Tee und holt euch dann Hilfe, wenn ihr sie wirklich braucht.
– Dem oben erwähnten Kapazitätenmangel in Krankenhäusern die schon zu normalen Zeiten mit voll belegten Betten und nicht besetzten Stellen arbeiten, lässt sich vor allem dadurch begegnen, dass die wenigen schweren Fälle nacheinander und nicht alle zeitgleich abgearbeitet werden können. Dann haben wir in Deutschland die besten Voraussetzungen dafür, dass Coronavirusinfektionen bestmöglich therapiert werden können. Um dies zu erreichen, sollten Übertragungswege reduziert werden. Das bedeutet konkret: Es ist Zeit für Solidarität! Als junger und gesunder Mensch muss man sich kaum Sorgen machen (eine Panik ist nicht angebracht), doch wir alle sind Überträger*innen. Lasst uns gemeinsam jene schützen, die anfällig sind, indem wir alle unnötigen Sozialkontakte vermeiden (z.B. telefonieren statt treffen, Veranstaltungen verschieben, etc.) und so die Übertragung verlangsamen.

Hinterfragt kritisch alle Informationen und informiert euch auf seriösen Quellen, zum Beispiel direkt beim Robert-Koch-Institut:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Update – Wie kommen wir auf die Zahlen:

Beispielrechnung Deutschland:
3156 bestätigte Infizierte
8 Todesfälle
100/3156*8=0,2

Dabei ist wie schon im Text angedeutet nicht berücksichtigt, dass viele Erkrankungen noch nicht auskurriert sind und so noch tötlich enden können. Genausowenig ist die Dunkelziffer von Infizierten, die keine oder nur geringe Symptome aufweisen und nicht getestet wurden, berücksichtigt. Auch die zukünftige Entwicklung mit ggf. Überforderung des Gesundheitssystems oder eben auch nicht, ist in der Momentaufnahme nicht berücksichtigt. Entsprechend können sehr unterschiedliche Zahlen je nach Hochrechnungsmodell kursieren. Wir haben bewusst einfach die Rohdaten genommen, nichts hochgerechnet und eine Momentaufnahme verwendet.

Jetzt für die Demosanitäter spenden!

+++ Bitte teilen und weiter verbeiten! +++

Im Jahr 2019 haben wir als Demosanitäter*innen der Sanitätsgruppe Süd-West e.V. so viele Demonstrationen wie seit vielen Jahren nicht mehr betreut. Auch in diesem Jahr scheint es so weiter zu gehen. Die aktuelle gesellschaftliche Lage bewegt offensichtlich viele Menschen dazu ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wahrzunehmen. Um so wichtiger ist es eine medizinische Betreuung auf diesen Versammlungen sicherzustellen.  Medizinisches Material und Ausrüstung kosten leider viel Geld. Unsere Einsätze vom Geldbeutel der Veranstalter*innen abhängig zu machen, ist für uns keine Option.

Daher brauchen wir als rein ehrenamtliche, spendenfinanzierte Organisation eure Hilfe. Besonders wichtig sind für uns regelmäßige kleine Zuwendungen die uns Planungssicherheit geben. Dies geht per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung ( https://demosanitaeter.com/wp-content/uploads/2019/10/Einzugserma%CC%88chtigung.pdf ).

Unser Spendenkonto:
Sanitätsgruppe Süd-West e.V.
IBAN DE92 6009 0100 0524 5980 02
BIC VOBADESS (Volksbank Stuttgart eG)
Verwendungszweck: Spende

Als gemeinnützige Organisation können wir Spendenbescheinigungen für die Steuer ausstellen. Dafür bitte eine Mail mit Name, Betrag und Adresse an kontakt@demosanitaeter.com .

Einsatz in Pforzheim beendet / Verletztenzahlen

Der anstrengende Einsatz in Pforzheim ist vorbei! Unsere Sanitäter*innen machen sich nun auf den Rückweg.

Heute mussten wir insgesamt 17 Patient*innen behandeln, davon 15 aufgrund mehrfachen Pfeffersprayeinsatzes der Polizei. Es ist von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen, da sich viele Betroffene selbst oder gegenseitig geholfen haben. Eine weitere Person musste nach Schlagstockeinsatz der Polizei mit mehreren Verletzungen behandelt werden (Weiterbehandlung im Krankenhaus).

Wir wünschen allen dir heute verletzt wurden eine gute Besserung! Kommt alle gut nach Hause!

Update:

Laut einem Bericht von PZ News (s.u.), dementierte der Polizeisprecher die Weiterbehandlung eines Patienten im Krankenhaus. Auf welcher Informationsgrundlage solche Aussagen getroffen werden ist uns schleierhaft!

https://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-Demo-am-Wartberg-Polizei-gesteht-Einsatz-von-Schlagstoecken-_arid,1417042.html

Auf dem Weg nach Pforzheim

Unsere Sanitäter sind nun auf dem Weg nach Pforzheim zu den Protesten gegen die rechte Fackelmahnwache von “Ein Herz für Deutschland”.

Ein Team von uns wird den antifaschistischen Protestzug ab 18:00 Uhr vom Bahnhof aus begleiten. Ein 2. sichert direkt die Kundgebung am Hotel Hasenmayer auf dem Wartberg in der Nähe der rechten Veranstaltung ab. Je nachdem wohin sich dann die Protese bewegen, werden wir sie begleiten.

Passt auf euch auf und verletzt euch nicht!

Gegenproteste rechte Fakelmahnwache Pforzheim

Am morgigen Sonntag jährt sich die Bombardierung Pforzheims im 2. Weltkrieg. Der rechte Verein “Ein Herz für Deutschland” nutzt diesen Jahrestag, wie auch in den vergangenen Jahren, als Anlass für eine Fakelmahnwache auf dem Wartberg. Dagegen sind antifaschistische Proteste angekündigt, die wir notfallmedizinisch begleiten werden.

Aktuell versucht die Stadt Pforzheim die Fakelmahnwache in 2. Instanz verbieten zu lassen, nachdem ein Verbot in 1. Instanz aufgehoben wurde. Trotzdem wird die antifaschistische Demonstration in jedem Fall um 18 Uhr am Bahnhof stattfinden.

Wir hoffen auf wenig, besser keine Verletzten.

(Symbolbild: Einsatz bei den Protesten gegen die Fakelmahnwache am 23.02.2018 in Pforzheim, Fotograf: Jens Volle)

Update:

Das Verbot der rechten Fakelmahnwache wurde vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim in letzter Instanz aufgehoben. Damit findet die rechte Fackelmahnwache wie in den letzten Jahren auf dem Wartberg statt.

Ab 18 Uhr beginnt eine antifaschistische Demonstration am Pforzheimer Bahnhof. Diese wird zum Hotel Hasenmayer auf dem Wartberg in unmittelbare Nähe führen. Wir werden diesen Gegenprotest sanitätsdienstlich absichern.