Sanitätsdienst bei Rheinmetall Entwaffnen in Köln

Vergangene Woche sicherten das Sanitätsnetzwerk Hamburg, die Demosanis Köln und die Demosanis Düsseldorf zusammen mit uns, der Sanitätsgruppe Süd-West, von Montag bis Sonntag das Rheinmetall Entwaffnen Camp in Köln ab. Spontan wurden wir am Samstag auch von den Demosanis München unterstützt. Wir betrieben eine Sanitätsstation auf dem Camp im inneren Grüngürtel und begleiteten über die ganze Woche verschiedene Demonstrationen und Aktionen rund um das Friedensbündnis Rheinmetall Entwaffnen.

Unsere Pressesprecherin Katharina Vater stellt fest: „Es war eine arbeitsintensive Woche. Auf einem großen Protestcamp gibt es schon ohne Aktionen viel zu tun. Da kommt die eine Person, die sich beim Kochen für die Küfa (Küche für Alle) den Finger verbrannt hat, die andere Person die Menstruationsbeschwerden hat und dann danach noch eine, die sich beim Zeltheringe reinschlagen auf den Finger gehauen hat. Das ist ganz normal. Dazu kommen dann die Aktionen außerhalb des Camps. Da gibt es kleinere Aktionen, von denen manch eine Person mit Blessuren zurück kommt und sich dann in der Sanitätsstation behandeln lässt. Aber es gibt auch immer wieder größere Aktionen, die von uns begleitet werden müssen und wo wir dann direkt vor Ort, z.B. auch nach Auseinandersetzungen mit der Polizei, Menschen behandeln müssen. Leider kam es dabei auch immer wieder zu Behinderungen durch die Polizei. Bei der Großdemonstration kam es dann zu einer langen Kesselung eines größeren Teils der Demonstration mit vielen Verletzten, die wir in einer Patient*innenablage behandeln mussten. Viele Verletzte sind auch zurück ins Camp gelaufen, sodass unsere Sanitätsstation einiges zu tun hatte.“ Wir möchten an dieser Stelle für weitere Informationen auf unsere Pressemitteilungen Nr. 37 und 38 verweisen (siehe unten).


Im Folgenden schlüsseln wir die Behandlungszahlen für die gesamte Woche auf. (Achtung: in der Pressemitteilung Nr. 38 sind die Zahlen nur für die Großdemonstration am Samstag zu finden.):
1.) Auf dem Camp 357 Behandlungen (davon 291x chirurgisch, 60x internistisch, 5x psychisch, 1x Reizgas – Übergaben in Weiterbehandlung Rettungsdienst/Krankenhaus/Praxis 32x)
2.) Auf Aktionen und Demonstrationen 91 Behandlungen (davon 42x chirurgisch, 44x internistisch, 5x psychisch – Übergaben in Weiterbehandlung Rettungsdienst/Krankenhaus/Praxis 13x)
→ Insgesamt 448 Behandlungen (davon 333x chirurgisch, 104x internistisch, 10x psychisch, 1x Reizgas – Übergaben in Weiterbehandlung Rettungsdienst/Krankenhaus/Praxis 45x)


Wir bedanken uns bei den anderen Demonsanitätsgruppen, aber auch bei der Feuerwehr Köln und dem Deutschen Roten Kreuz für die gute und kollegiale Zusammenarbeit.


Bilder von unserer Sanitätsstation auf dem Camp:


Bilder von Aktionen und Demonstrationen unter der Woche:


Bilder von der Großdemonstration am Samstag:


Unsere Pressemitteilungen zu Rheinmetall Entwaffnen:


Sanitätsdienst beim Rheinmetall Entwaffnen Camp

Die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. sicherte von Dienstag den 26.08.2025 bis Sonntag den 31.08.2025 zusammen mit weiteren Demosanitäter*innen u.a. aus München und Mannheim das Protestcamp und die Aktionen des Bündnisses „Rheinmetall Entwaffnen“ sanitätsdienstlich ab. Dabei betrieben wir auf dem Camp mit mehr als 1000 Teilnehmer*innen eine Sanitätsstation und begleiteten Blockadeaktionen der Rüstungsindustrie, Demonstrationen und andere Aktionen rund um das Camp. Bei der Abschlussdemonstration am Samstag nahmen rund 3000 Demonstrierende Teil. Die Polizei stoppte im Verlauf die Demonstration und hielt einen Teil der Demonstrant*innen über Stunden in einem Polizeikessel fest. Aufgrund des brutalen Vorgehens kam es den ganzen Nachmittag, Abend und Nacht immer wieder zu Verletzten. Für ausführlichere Informationen verweisen wir auf unsere separate Pressemitteilung.

Insgesamt behandelten wir über die Woche zusammen mit anderen Demosanitäter*innen zusammen 371 Patient*innen, die sich wie folgt aufteilen:

  • 227 chirurgische Behandlungen
  • 68 Behandlungen wegen Pfefferspray
  • 58 internistische Behandlungen
  • 18 psychische Behandlungen

14 Patient*innen wurden an den öffentlichen Rettungsdienst übergeben. 14 Mal wurden Patient*innen eigenständig in ein Krankenhaus geschickt. In 7 Fällen wurden den Patient*innen eine Vorstellung in einer Arztpraxis angeraten.

Die Patient*innen teilen sich auf folgende Behandlungsorte auf:

  • 218 Behandlungen im Camp (172x chirurgisch, 41x internistisch, 4x Pfefferspray, 1x psychisch – davon 9x Krankenhaus, 7x Arztpraxis, 1x Rettungsdienst | davon 88x in Zusammenhang mit Demonstration am Samstag – 84x chirurgisch, 4x Pfefferspray – 8x Krankenhaus, 1x Rettungsdienst)
  • 6 Behandlungen bei Aktionen unter der Woche (3x chirurgisch, 2x internistisch, 1x psychisch)
  • 147 Behandlungen bei Demonstration Samstag (64x Pfefferspray, 52x chirurgisch, 16x psychisch, 15x internistisch – davon 12x Rettungsdienst, 1x Polizist an Polizeiärztlichen Dienst, 5x Krankenhaus)

Unser eingesetzter Notarzt P. Vlatten ordnet die Zahlen ein: „Es ist normal, dass sich bei einem Camp mit über 1000 Personen, das fast eine Woche lang geht, auch Behandlungen ergeben. Wir hatten Wespenstiche, aufgerissene Füße durch Heringe, Schnitte im Finger und Vieles mehr. Würden die Zahlen bei 100 Behandlungen liegen, so wäre dies unserer Erfahrung noch relativ normal gewesen. Doch sie liegen deutlich höher. Auch wenn die Behandlungen auf den Aktionen unter der Woche selbst wenige waren, so kamen doch einige Leute im Camp danach mit Verletzungen durch die Polizei zu uns. Die Demonstration am Samstag mit Behandlungen vor Ort und von Personen, die danach ins Camp zurück kamen, ließ die Zahlen aber explodieren. So verzeichnen wir eine Zahl an Behandlungen und auch Übergaben an Rettungsdienst, Krankenhäuser und Arztpraxen, die ungewöhnlich hoch ist. Besonders die vielen Schläge auf den Kopf, die zu Verletzungen führten und die Berichte über sexualisierte Gewalt während Polizeimaßnahmen machen uns Sorgen für die Zukunft.“


Sanitätsstation bei Rheinmetall Entwaffnen Camp

Seit gestern sichern wir zusammen mit den Demosanitäter*innen aus München das Rheinmetall Entwaffnen Camp in Köln sanitätsdienstlich ab. Bis Sonntag sind wir vor Ort für kleinere Verletzungen und hoffentlich keine größeren Notfälle. Hier stellen wir euch kurz unsere Sanitätsstation vor.


Ende Gelände in Brunsbüttel

Heute beginnen bei Ende Gelände die Aktionen. Wir sichern bereits seit Mittwoch das Camp in Brunsbüttel ab und stehen auch jetzt bereit wenn Aktivist*innen nach der Rückkehr ins Camp medizinische Hilfe benötigen. Außerdem steht ein Fahrzeug bereit, welches leicht verletzte Demonstrant*innen aus der Aktion abholen oder auch Sanitäter*innen anderer Gruppen bei den Aktionen unterstützen kann.

Wir freuen uns sehr, diesen Einsatz zusammen mit unseren Freund*innen vom Demosanitätswachdienst Sanitätsgruppe Süd-Ost aus Bayern durchführen zu dürfen.