No Palantir / Palästina Demonstration

Diesen Samstag sicherten wir die Demonstration gegen die Einführung der Überwachungssoftware Palantir des ultrarechen Milliardärs Peter Thiel in Baden-Württemberg ab, die in Stuttgart stattfand. Thema war dabei auch die Nutzung der Software durch Israel gegen Palästinenser und die damit einhergehende Unterstützung des Völkermords in Gaza.

Am Sonntag waren wir dann in Tübingen und hielten einen Erste-Hilfe-Workshop mit Fokus auf Demonstrationen.


Polizei behindert Sanitätsdienst an Silvester: Platzverweis und Androhung von Festnahme

Auch im Dezember waren wir wieder fleißig für euch im Einsatz. Nach Der Kundgebung gegen das Fußballspiel Tel-Aviv gegen VfB Stuttgart am 10.12.2025 folgten am 13.12.2025 gleich zwei Demonstrationen. Zunächst sicherten wir die Demonstration gegen die Einführung der Überwachungssoftware Palantir des ultrarechten amerikanischen Milliardärs Peter Thiel ab. Danach ging es am selben Tag nach Ludwigsburg zur „No Justice, No Peace“ Demonstration, die sich u.a. gegen die Kürzungen in der mobilen Jugendarbeit richtete.

Der Abschluss des Jahres war wie immer der Knastspaziergang an Silvester, der in diesem Jahr unter dem Motto „Stadt der Klassenjustiz, Kampf der Klassenjustiz – Silvester zu den Knästen“ in Karlsruhe stattfand. In einer Karlsruher Außenstelle ist ein Mitglied der sogenannten „Ulm 5“ inhaftiert, um die propalästinensischen Aktivist*innen, denen eine Aktion im September 2025 gegen den israelische Rüstungskonzern Elbit Systems in Ulm vorgeworfen wird, von einander zu trennen. Unterstützer*innen erheben schwere Vorwürfe wegen den Haftbedingungen. Konkret wird unter anderem die Isolationshaft kritisiert, die über das normale Maß der Untersuchungshaft hinausgeht, sowie eine mangelhafte medizinische Betreuung, unzureichende Versorgung mit Nahrungsmitteln, Verweigerung des Kontakts zu Anwält*innen und weitere erniedrigende Praktiken und Misshandlungen, wie der Zwang über Stunden in Unterhose ohne BH eingesperrt zu sein.

Die Demonstration startete um 17:00 Uhr auf dem Europaplatz mit einer Auftaktkundgebung. Danach lief sie über das Rathaus West zur Justizvollzugsanstalt, wo die Gefangenen mit Pyrotechnik gegrüßt wurden. Die Polizei löste daraufhin die Versammlung auf und forderte die Teilnehmer*innen auf, sich in Kleingruppen zu entfernen. Der Aufforderung kamen die Versammlungsteilnehmer*innen nach. Ein Teil der Aktivist*innen fand sich einige hundert Meter weiter zusammen, um gemeinsam zur Bahn zu laufen. Daraufhin kam es zu Festnahmen durch die Polizei, die die Aktivist*innen auch bis zur Bahn verfolgte. An der Bahnhaltestelle kam ein Polizist auf unsere Sanitätskräfte zu und führte eine Identitätsfeststellung durch. Auf Nachfrage, warum er die Personenkontrolle durchführt, wurde zunächst lediglich auf eine anlasslose Kontrolle verwiesen und dann gesagt „Nicht diskutieren, sonst geht’s für Sie direkt in die Zelle.“ Nach Rückgabe der Personalausweise wurde dann behauptet, dass unsere Sanitätskräfte Teil der Versammlung gewesen seien und ein Platzverweis bis zum Morgen für die Karlsruher Innenstadt ausgesprochen. Auf den rechtlichen Hinweis, dass unsere Sanitäter*innen keine Versammlungsteilnehmer*innen sind, wurde direkt erneut mit „einer Nacht im Gewahrsam“ gedroht.

Wir kritisieren dieses Vorgehen gegen unsere Sanitätskräfte scharf. Als von den Veranstalter*innen beauftragter Sanitätsdienst sind wir rechtlich kein Teil der Versammlung, sondern haben die Funktion die Veranstaltung medizinisch zu betreuen und so zur Sicherheit für alle vor Ort beizutragen. Rechtlich ist nicht jede Person im Umfeld einer Versammlung automatisch Versammlungsteilnehmer*in. Nur wer erkennbar an der Meinungsäußerung während der Versammlung, z.B. durch Skandieren, Nutzung von Versammlungsmittel oder Mitlaufen im Block, teilnimmt, ist auch Teil der Versammlung. So sind auch Journalist*innen und Polizeikräfte, aber auch Passant*innen, die zufällig vorbei kommen, nicht Versammlungsteilnehmer*innen. Unsere Sanitätskräfte laufen außerhalb der Versammlung, nutzen keine Versammlungsmittel und sich durch rettungsdiensttypische Einsatzkleidung klar in ihrer Funktion erkenntlich. Willkürliche Platzverweise und Androhungen von Ingewahrsamnahmen dieser Art sind klar rechtswidrig und behindern unsere Sanitätskräfte bei ihrer Arbeit. Wir fordern die Polizei Karlsruhe auf solche Maßnahmen künftig zu unterlassen und die rechtlichen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit einzuhalten.


Kundgebung gegen Fußballspiel VfB Stuttgart gegen M. Tel-Aviv

Heute sicherten wir die Kundgebung gegen das morgige Fußballspiel des VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel-Aviv ab. Rund 100 Personen beteiligten sich angesichts der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen Israels gegen Palästinenser*innen an der Versammlung. Wir hatten keine Behandlungen.


Demonstrationen für den Frieden

Am vergangenen Donnerstag versammelten sich weltweit Menschen um gegen die Kriegsverbrechen der israelischen Regierung in Gaza zu demonstrieren. Aktueller Anlass war das Entern der Schiffe der Gaza-Hilfsflotte durch die israelische Armee. Auch in Karlsruhe demonstrierten am 2. Oktober ca. 400 Personen. Wir begleiteten die Demonstration sanitätsdienstlich.

Am Tag darauf folgte die Absicherung der Großdemonstration „Nie wieder Krieg – die Waffen nieder!“ in Stuttgart, zu der ein breites Bündnis aus fast 500 Initiative, Organisationen und Parteien aufgerufen hatte. Rund 15.000 Teilnehmer*innen setzten ein Zeichen gegen die aktuell zunehmende Militarisierung der Gesellschaft und den Aufrüstungskurs der Bundesregierung.


Ostermarsch Stuttgart 2025

Am gestiegen Samstag stand für uns der Sanitätsdienst beim Ostermarsch in Stuttgart auf dem Programm. Rund 4.500 Personen beteiligten sich an der traditionellen Friedensdemonstration, die nach einer Auftaktkundgebung mit mehreren Reden und Musik vom Schlossplatz aus einmal im Kreis durch die Innenstadt zog und wieder auf dem Schlossplatz endete. Als Beginn der Versammlung war die aktuelle Zeit der sogenannten Weltuntergangsuhr (89 Sekunden vor Zwölf) gewählt worden, die symbolisch aufzeigt, wie nah wir aktuell dem Weltuntergang durch Atomkrieg, Klimakatastrophe und Co. sind. Wir hatten keine Versorgungen.


2 Wochenenden 3 Einsätze

Auch dieses und letztes Wochenende waren wir wieder nicht untätig.
Am Samstag vergangene Woche sicherten wir Nakba-Demonstration in Stuttgart (Nakba = anhaltende Vertreibung der Palästinenser*innen durch den Staat Israel bzw. während des Palästina-Kriegs 1947-1949)  und das Beats for Freaks Festival des Jugenhauses Backnang ab. Diesen Samstag folgte dann das Festival for Future zum Thema Klimagerechtigkeit in Wiesloch, bei dem sich über 20 Organisationen  bei Live-Musik, sowie Essen und Trinken vorstellten.


Ostermarsch Stuttgart

Heute sicherten wir wie viele Jahre zuvor den Ostermarsch in Stuttgart ab. 2500 Personen beteiligten sich laut Veranstalter*innen in diesem Jahr an der traditionellen Friedensdemonstration, die sich auch in der aktuellen Situation klar für Frieden und gegen Aufrüstung und Waffenlieferungen stellte. Wir hatten keine Patient*innen zu versorgen.