Widersetzen – Proteste gegen Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation

Das bundesweite Widersetzen-Bündnis rief am heutigen Samstag zum Widersetzen gegen die Gründungssitzung der neuen Jugendorganisation der gesichert rechtsextremen AfD auf. Das Ordnungsamt erklärte die Gießener Weststadt zur Protestverbotszone, was bereits seit Anfang der Woche für bundesweite Schlagzeilen und mehrere Gerichtsverfahren sorgte. David Werdermann von der Gesellschaft für Freiheitsrechte führte gegenüber netzpolitik.org aus „Die Versammlungsfreiheit umfasst auch die freie Wahl des Ortes, dem insbesondere bei Gegenprotesten eine besondere Bedeutung zukommt.“. Trotz aller Bemühungen gab es, abgesehen vom Bus des Zentrums für politische Schönheit (Adenauer SRP+) und einem Anarchie-Camp mit ca. 20 Personen, keine genehmigte Kundgebung in Sicht- und Hörweite.

Am heutigen Samstag ließ sich eine mittlere fünfstellige Zahl an Demonstrierenden nicht davon abhalten, ihrem Unmut gegenüber der Neugründung dieser Jugendorganisation Raum zu verschaffen. Um die Anreise der Teilnehmer*innen des Gründungskongresses zu verhindern, fuhren etwa 200 Busse an verschiedene Orte rund um die Stadt Gießen. Bereits um 22 Uhr war für unsere Sanitäter*innen Abfahrt in Stuttgart. Zwei unserer Teams begleiteten verschiedene Finger seit den frühen Morgenstunden mit wenig Schlaf und schweren Rucksäcken über Straßen und unwegsames Gelände.

An etwas Frühsport in Form von kurzen Sprints mangelte es auch nicht. Schließlich meldete der Widersetzen Aktionsticker gegen 7:30 Uhr 11 Blockadepunkte, die die Zufahrtswege zur Messe Gießen weiträumig versperrten. Immer wieder gab es Zusammenstöße mit der Polizei, Räumungen und einige kleinere Versorgungen durch unsere beiden Teams. Nach einer Spontandemonstration in die Nähe der Messehallen, gab es noch eine Dusche durch Wasserwerfer für die Demonstrierenden. Diese beendete dann die Spontandemonstration und in Folge dessen auch unseren Einsatz vor Ort.

Neben uns beteiligten sich viele Teams von verschiedenen Sanitätsstrukturen und Gruppen aus ganz Deutschland am Einsatz. Unsere Teams befinden sich wieder auf dem Heimweg, wo noch das Nötigste verräumt und die Einsatzkleidung wieder gegen die Private im Vereinsheim getauscht werden kann. Ein 24-Stunden-Dienst der etwas anderen Art und körperlich sehr fordernd. Wir bedanken uns ganz ausdrücklich bei den anderen Teams für die tolle Zusammenarbeit vor Ort, besonders jedoch bei der Sani-AG des Widersetzen-Bündnisses, die den Einsatz im Vorfeld geplant und die Sanitätskräfte vor Ort koordiniert haben.


Wir sind die Brandmauer!

Nachdem es bekanntlich im Laufe dieser Woche zu einem der größten Tabubrüche im Bundestag seit Bestehen der Bundesrepublik kam – Union, FDP und BSW arbeiten erstmalig offen auf Bundesebene mit der faschistischen AfD zusammen – kam es gestern bundesweit zu großen Demonstrationen. Auch in Karlsruhe versammelten sich angesichts der nahen Bundestagswahl rund 5000 Personen unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer!“ um gegen  eine Zusammenarbeit mit der AfD zu demonstrieren.

Wir sicherten die Demonstration sanitätsdienstlich ab, mussten aber nicht tätig werden.


5000 Teilnehmer*innen bei Kundgebung gegen die AfD

Rund 5000 Personen versammelten sich am heutigen Samstag auf dem Marktplatz in Karlsruhe unter dem Motto „Mit uns statt gegen uns“. Zu der bunten Kundgebung hatte „Migranten für Karlsruhe“ anlässlich der Abschiebetickets, die von der AfD u.a. in Karlsruhe verteilt wurden aufgerufen. Mehrere Reden thematisierten vor allem die Sicht von Menschen mit Migrationshintergrund und zeigten auf, dass diese ein unersetzlicher Teil unserer Gesellschaft sind, es aber oft besonders schwer haben und sich mehr beweisen müssen als andere. Auch auf die Ängste, die solche rassistische Aktion, wie die Abschiebetickets, auslösen, wurde eingegangen.

Wir sicherten die Veranstaltung sanitätsdienstlich zusammen mit einem externen Demosaniäter ab, bei dem wir uns herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken wollen. Wir freuen uns, dass heute so viele auf dem Marktplatz zusammen gekommen sind.


Ungemütlicher Tag für die AfD

Unter dem Motto „Machen wir es ihnen ungemütlich!“ beteiligte sich heute eine vierstellige Anzahl Personen an einer Kundgebung gegen die sogenannte „Alternative für Deutschland“ vor der Badnerlandhalle in Karlsruhe-Neureut. Die Landesgruppe der AfD-Fraktion im Bundestag hatte dort zum Frühjahresempfang geladen.

Wir sicherten die Proteste gegen die AfD medizinisch ab und hatten im Laufe der Veranstaltung zwei Behandlungen.


Antifaschistisches Wochenende

Dieses Wochenende gab es wieder einiges für uns zu tun.

Bereits am Freitag sicherten wir die antifaschisrischen Proteste gegen die Fackelmahnwache des ultrarechten Vereins „Ein Herz für Deutschland“ in Pforzheim ab, an denen sich mehrere hundert Personen beteiligten. Die faschistische Kundgebung findet seit vielen Jahren anlässlich des Jahrestags der Bombardierung Pforzheims im 2. Weltkrieg statt, vermittelt ein geschichtsrevisionistisches Weltbild und wird deshalb immer von größeren Gegenprotesten begleitet.

Am Samstag begann unser Tag mit einem Sanitätsdienst bei der Veranstaltung „Gemeinsam gegen Rechts. Für eine bessere Demokratie.“ in Stuttgart, einem offenen Austausch- und Vernetzungstreffen für Menschen die gegen Rechts aktiv werden möchten.

Im Anschluss sicherten wir die Großdemonstration „Die Rechte Welle brechen!“ in Stuttgart ab, an der sich rund 15.000 Menschen beteiligten. Die Demonstration begann auf dem Marktplatz mit einer Auftaktkundgebung mit Redner*innen verschiedener Organisationen. Im Anschluss lief die Demonstration zum Marienplatz, wo sie mit einer musikalisch begleiteten Abschlusskundgebung endete. Eine Spontandemonstration brachte danach einige Teilnehmer*innen in Linke Zentrum Lilo Herrmann zum Ausklang mit leckeren Linsen mit Spätzle.


Mehr als 1500 gegen Alice Weidel

Mehr als 1500 Menschen versammelten sich am heutigen Abend im Stadtpark von Bretten um unter dem Motte „Bretten bleibt bunt“ gegen eine Veranstaltung der AfD mit Alice Weidel in der Stadtparkhalle zu demonstrieren. Wir sicherten die Kundgebung notfallmedizinisch ab, die von der SPD angemeldet worden war und von einem breiten Spektrum weiterer Parteien, Organisationen, Gewerkschaften und politischen Gruppen unterstützt wurde. Wir hatten 2 kleinere Versorgungen.


Anti-AfD Proteste in Ettlingen

Am gestrigen Freitag, den 26. Januar sicherten wir die antifaschistischen Proteste gegen die AfD Veranstaltung in Ettlingen Oberweier sanitätsdienstlich ab. Dabei setzen über 500 Menschen ein Zeichen gegen die Veranstaltung zu der Beatrix von Storch eingeladen war. Wir hatten glücklicherweise keine Versorgungen.


3000 gegen Rechts in Schorndorf

Auch in Schorndorf scheint die AfD nach dem bekannt werden ihrer Deportationspläne wenig willkommen zu sein. Die Rechtsaußen-Partei hatte am gestrigen Mittwoch zu einem sogenannten Bürgerdialog in die Barbara-Künkelin-Halle in Schorndorf eingeladen. Ein breites Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen rief zum direkten Protest vor der Halle auf, an dem sich neben dem Oberbürgermeister der Stadt Schorndorf rund 3000 Menschen beteiligten. Im Anschluss zog ein Teil der Teilnehmenden noch in einem spontanen Protestzug zum Bahnhof. Wir sicherten die antifaschistische Kundgebung und Demonstration notfallmedizinisch ab, mussten jedoch nicht tätig werden.