Proteste gegen AfD Bundesparteitag in Erfurt

Am gestrigen Samstag sicherten wir mit 4 Teams aus Karlsruhe und Stuttgart die Proteste der Bündnisse „Zeit zu handeln“ und „Widersetzen“ gegen den AfD Bundesparteitag in Erfurt ab. Insgesamt beteiligten sich nach Angabe der Veranstaltenden rund 17.000 Personen an den Blockaden. Zusammen mit weiteren Kundgebungen und Demonstrationen vom Bündnis „Zusammenstehen“ protestierten rund 50.000 Menschen in Erfurt gegen den rechtsextremen Parteitag. Die Proteste wurden von Demosanitätsstrukturen aus dem gesamten Bundesgebiet begleitet. Unter anderem durch Polizeimaßnahmen kam es immer wieder zu Verletzten, die durch die Sanitätskräfte versorgt werden mussten. Wir möchten positiv hervorheben, dass die Blockadepunkte schnell und effektiv Rettungsdienstfahrzeuge durchließen, sodass deren Einsätze durch die Blockaden nicht behindert wurden.Wir bedanken uns bei den andere Demosanitäter*innen für die gute Zusammenarbeit.


Wieder ein arbeitsreiches Wochenende

Dieses Wochenende hatten wir gleich 3 Einsätze:

In Pforzheim sicherten wir am Samstag zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz den Christopher Street Day (CSD) ab. Mit einer vierstelligen Zahl Teilnehmer*innen zog der bunte Demonstrationszug mit ausgelassener Stimmung vom Marktplatz im Kreis durch die Innenstadt und endete wieder auf dem Marktplatz, wo im Anschluss noch ein Fest mit verschiedenen Kulturbeiträgen und Info-Ständen stattfand. Dabei wurde ein starkes Zeichen für eine vielfältige und tolerante Stadt gesetzt. Dies konnte auch eine Hand voll christlicher Fundamentalist*innen und ca. 30 bis 40 Rechtsextremist*innen nicht verhindern, die Versammlungen gegen den CSD angemeldet hatten und teilweise am Rand versuchten zu provozieren. Wir bedanken uns beim Deutschen Roten Kreuz für die gute Zusammenarbeit. (Bilder 1 und 2)

Außerdem sicherten wir am Samstag das Kulturdose Sommerfest in Karlsruhe medizinisch ab. Bei einem Info-Stand kamen wir mit vielen Menschen ins Gespräch und konnten unsere ehrenamtliche Arbeit vorstellen. (Bilder 3 und 4)

Am Sonntag folgten die Proteste gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Baden-Württemberg. Eine dreistellige Zahl protestierte in Sicht und Hörweite gegen die Entstehung einer Nachfolgeorganisation der ehemaligen „Jungen Alternativen“. (Bilder 5 und 6)


Einsätze im Februar

Diesen Februar haben wir einen neuen Rekord aufgestellt. So viele Einsätze haben wir noch nie in einem Monat gestemmt. Insgesamt 13 Mal waren wir für euch im Einsatz. Wir freuen uns, dass wir inzwischen genug ehrenamtliche Helfer*innen haben, um auch in Monaten, in denen es viel zu tun gibt, möglichst oft für euch da sein zu können. Im Folgenden eine kleine Aufzählung der Einsätze des Monats. Die Bilder zeigen die letzten 4 Einsätze, die wir aus Kapazitätsgründen nicht einzeln veröffentlicht haben.

Einsätze im Februar:

  • 04.02.2026: Veranstaltung Die Linke mit Heidi Reichinnek – Stuttgart
  • 07.02.2026: No Palantir – Palästina Demonstration – Stuttgart
  • 13.02.2026: Proteste gegen AfD Veranstaltung mit Alice Weidel – Pforzheim
  • 14.02.2026: Demonstration gegen NATO Sicherheitskonferenz (SIKO) – München
  • 19.02.2026: Sechs Jahre danach – Say Their Names – Karlsruhe
  • 19.02.2026: antirassistischer Kampftag – Gedenken an die Opfer des Anschlags in Hanau – Stuttgart
  • 19.02.2026: „Gregor Gysi live“-Veranstaltung von Die Linke – Esslingen
  • 22.02.2026: Proteste gegen AfD Remigrationsveranstaltung – Ettlingen
  • 23.02.2026: Proteste gegen rechte Mahnwache – Pforzheim
  • 24.02.2026: Proteste gegen SWR Triell mit AfD – Stuttgart
  • 28.02.2026: Widersetzen Proteste gegen Gründung der AfD Jugendorganisation Saarland – Saarbrücken
  • 28.02.2026: IG Metall Demonstration 5 vor 12 gegen Kürzungen – Stuttgart
  • 28.02.2026: Proteste gegen AfD Veranstaltung mit Björn Höcke – Reutlingen-Rommelsbach

Proteste gegen AfD-Remigrationsveranstaltung

Am heutigen Sonntag beteiligten sich rund 1000 Personen an den Protesten gegen eine Veranstaltung zum Thema „Remigration – Theorie und Praxis“ in Ettlingen. Die sogenannte Alternative für Deutschland hatte den rechtsextremen ehemaligen Sprecher der Identitären Bewegung Martin Sellner eingeladen. Ein Verbot dessen Auftritts war kurz vor der Veranstaltung gerichtlich gekippt worden. Wir sicherten die Gegenproteste sanitätsdienstlich ab, mussten aber glücklicherweise keine Patient*innen versorgen.


Widersetzen – Proteste gegen Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation

Das bundesweite Widersetzen-Bündnis rief am heutigen Samstag zum Widersetzen gegen die Gründungssitzung der neuen Jugendorganisation der gesichert rechtsextremen AfD auf. Das Ordnungsamt erklärte die Gießener Weststadt zur Protestverbotszone, was bereits seit Anfang der Woche für bundesweite Schlagzeilen und mehrere Gerichtsverfahren sorgte. David Werdermann von der Gesellschaft für Freiheitsrechte führte gegenüber netzpolitik.org aus „Die Versammlungsfreiheit umfasst auch die freie Wahl des Ortes, dem insbesondere bei Gegenprotesten eine besondere Bedeutung zukommt.“. Trotz aller Bemühungen gab es, abgesehen vom Bus des Zentrums für politische Schönheit (Adenauer SRP+) und einem Anarchie-Camp mit ca. 20 Personen, keine genehmigte Kundgebung in Sicht- und Hörweite.

Am heutigen Samstag ließ sich eine mittlere fünfstellige Zahl an Demonstrierenden nicht davon abhalten, ihrem Unmut gegenüber der Neugründung dieser Jugendorganisation Raum zu verschaffen. Um die Anreise der Teilnehmer*innen des Gründungskongresses zu verhindern, fuhren etwa 200 Busse an verschiedene Orte rund um die Stadt Gießen. Bereits um 22 Uhr war für unsere Sanitäter*innen Abfahrt in Stuttgart. Zwei unserer Teams begleiteten verschiedene Finger seit den frühen Morgenstunden mit wenig Schlaf und schweren Rucksäcken über Straßen und unwegsames Gelände.

An etwas Frühsport in Form von kurzen Sprints mangelte es auch nicht. Schließlich meldete der Widersetzen Aktionsticker gegen 7:30 Uhr 11 Blockadepunkte, die die Zufahrtswege zur Messe Gießen weiträumig versperrten. Immer wieder gab es Zusammenstöße mit der Polizei, Räumungen und einige kleinere Versorgungen durch unsere beiden Teams. Nach einer Spontandemonstration in die Nähe der Messehallen, gab es noch eine Dusche durch Wasserwerfer für die Demonstrierenden. Diese beendete dann die Spontandemonstration und in Folge dessen auch unseren Einsatz vor Ort.

Neben uns beteiligten sich viele Teams von verschiedenen Sanitätsstrukturen und Gruppen aus ganz Deutschland am Einsatz. Unsere Teams befinden sich wieder auf dem Heimweg, wo noch das Nötigste verräumt und die Einsatzkleidung wieder gegen die Private im Vereinsheim getauscht werden kann. Ein 24-Stunden-Dienst der etwas anderen Art und körperlich sehr fordernd. Wir bedanken uns ganz ausdrücklich bei den anderen Teams für die tolle Zusammenarbeit vor Ort, besonders jedoch bei der Sani-AG des Widersetzen-Bündnisses, die den Einsatz im Vorfeld geplant und die Sanitätskräfte vor Ort koordiniert haben.


2 Einsätze am Wochenende

An diesem Wochenende waren wir wieder für euch im Einsatz. Zunächst sicherten wir am Samstag, den 10. Mai das Festival for Future in Wiesloch mit rund 300 Teilnehmer*innen ab.

Danach folgte am Sonntag den 11. Mai die Demonstration für ein AfD-Verbotsverfahren in Stuttgart, zu der u.a. die Partei-Jugendorganisationen von Linke, Grünen und SPD aufgerufen hatten. An der Demonstration vom Börsenplatz zum Markplatz beteiligten sich ca. 200 Personen. Am Kronprinzplatz fand eine Zwischenkundgebung statt, zu der sich auch einige Passant*innen dazu gesellten.


Pressemitteilung Nr. 34: Rechter Aufmarsch in Stuttgart verhindert – Polizei behindert Notarzt

+++ Blockaden verkürzen rechte Demonstration, 32 Verletzte, Polizei stört Versorgung kritisch verletzter Person +++

Samstag, den 22.03.2025 – Heute riefen rechte Gruppierung unter dem Motto „Gemeinsam für Deutschland“ zu Aufmärschen in allen 16 Bundesländern auf. In Baden-Württemberg mobilisierte der rechte Rand des Querdenken-Spektrums zusammen mit verschiedenen Neonazi-Gruppierungen zu einer Kundgebung mit anschließendem Aufmarsch in den Stadtgarten von Stuttgart. An der rechten Versammlung beteiligte sich eine dreistellige Anzahl Personen. Ein geplanter Autokorso war im Vorfeld abgesagt worden.

Das breite Bündnis „Stuttgart gegen Rechts“, zu dem u.a. Die Linke, das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart & Region, ver.di, Grüne Jugend , JUSOS, Seebrücke, Fridays for Future und viele weiter Organisationen gehören, rief unter dem Motto „Den rechten Aufmarsch verhindern“ zu Gegenprotesten auf dem Börsenplatz und Blockaden auf, an denen sich eine vierstellige Zahl Gegendemonstrant*innen beteiligte. Es kam zu mehreren Spontandemonstrationen und Blockaden, die die geplante Route des rechten Aufmarschs erfolgreich blockierten, sodass dieser nur eine sehr verkürzte Stecke auf die Theodor-Heuss-Straße und direkt zurück zum Stadtgarten laufen konnte. Die Polizei setzte mehrfach Pfefferspray und Schlagstöcke gegen die Gegendemonstrant*innen ein.

Die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. sicherte zusammen mit einer unabhängigen Demosanitäterin die Gegenproteste notfallmedizinisch ab. Dabei mussten wir insgesamt 32 Patient*innen behandeln. 4 Patient*innen mussten zur Weiterbehandlung an den öffentlichen Rettungsdienst oder ein Krankenhaus übergeben werden. Wir bedanken uns beim Deutschen Roten Kreuz Stuttgart, das uns als Sanitätsdienst einer nahen Veranstaltung unterstützte, sowie bei den Kolleg*innen des öffentlichen Rettungsdienstes für die gute Zusammenarbeit.

Bei der Behandlung einer kritisch verletzten Person behinderte die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Polizei aktiv die Arbeit unseres Notarztes. Die betreffende Person war offensichtlich und ärztlich festgestellt nicht vernehmungsfähig und befand sich in einer dringlichen notfallmedizinischen Behandlung. Dennoch setzten sich die Polizeibeamt*innen über unseren Notarzt hinweg und führten eine Vernehmung und eine erkennungsdienstliche Behandlung durch. Wir kritisieren dieses Verhalten der Polizei, welches Strafverfolgung über Menschenleben und die Verhinderung schwerer Gesundheitsschäden stellt, scharf.

Aufschlüsselung Verletztenzahlen:

  • 16x chirurgisch
  • 2x internistisch
  • 6x Reizgas
  • 8x psychisch

(davon 4 Übergaben an Rettungsdienst/Krankenhaus)


Proteste gegen AfD

Auch am Dienstag sicherten wir diese Woche wieder Proteste gegen die sogenannte Alternative für Deutschland vor der Badnerlandhalle in Karlsruhe ab. Rund 800 Personen beteiligten sich akut dem veranstaltenden Netzwerk Karlsruhe gegen Rechts an der Kundgebung. Wir hatten keine Versorgungen.

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Verwendungszweck: Spende
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Wir sind die Brandmauer!

Nachdem es bekanntlich im Laufe dieser Woche zu einem der größten Tabubrüche im Bundestag seit Bestehen der Bundesrepublik kam – Union, FDP und BSW arbeiten erstmalig offen auf Bundesebene mit der faschistischen AfD zusammen – kam es gestern bundesweit zu großen Demonstrationen. Auch in Karlsruhe versammelten sich angesichts der nahen Bundestagswahl rund 5000 Personen unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer!“ um gegen  eine Zusammenarbeit mit der AfD zu demonstrieren.

Wir sicherten die Demonstration sanitätsdienstlich ab, mussten aber nicht tätig werden.