Pforzheim: Verletzte bei antifaschistischen Protesten

Am 23. Februar 1945 starben bei einem britischen Bombenangriff auf die Stadt Pforzheim rund 18.000 Personen. Seit vielen Jahren nutzen ultra-rechte Gruppen diesen Jahrestag für eine geschichtsrevisionistische Fackelmahnwache auf dem Wartberg, die regelmäßig von antifaschistischen Protesten begleitet wird.

Wir sicherten wie in den vergangenen Jahren die Gegenproteste ab. Die Bilanz des Abends: 67 Patient*innen (11x chirurgisch, 11x psychisch, 45x Pfefferspray – Dunkelziffer nicht eingerechnet). Wir kritisieren das Vorgehen der Polizei, dass zu dieser hohen Anzahl Verletzter führte.

Ergänzung:

Ein Video auf Twitter zeigt das Vorgehen der Polizei gegen die Demonstrierenden, die von mehreren Seiten von Hamburger Gittern und Polizeibeamt*innen umringt sind.

https://t.co/KH96bHLnp2


Pressemitteilung Nr. 27 – Verletzte bei antifaschistischen Gegenprotesten in Pforzheim

+++ 19 Verletzte, Sanitäter Treppe runter gestoßen +++

Pforzheim, den 11. Mai 2019, Am heutigen Samstag trug ein breites Bündnis ihren Protest gegen den Aufmarsch der ultra rechten Partei “Die Rechte” auf die Straße. Dabei kam es in 2 Situationen zu Verletzten.

“Insgesamt mussten wir heute 19 Patient*innen behandeln. Davon erlitten 8 Demonstrant*innen chirurgische Verletzungen, meist durch Schlagstockeinsatz. 10 weitere Protestierende mussten wegen Pfefferspray behandelt werden. Eine weitere Person begab sich aufgrund einer internistischen Problematik in unsere Behandlung. 2 der verletzten Personen mussten mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden.”, fasst unser Einsatzleiter den heutigen Tag zusammen.

Während unsere Einsatzkräfte den Tag über ohne Behinderungen ihrer Arbeit nachkommen konnten, kam es zum Ende des Einsatzes doch noch zu einer unerfreulichen Situation. Polizeieinsatzkräfte stießen einen Sanitäter eine Treppe runter, der sich nur deshalb nicht verletzte, weil er von anderen Personen aufgefangen wurde. Außerdem wurde er mit einem Schlagstock geschlagen. Ein solches Vorgehen gegen Sanitäter im Hilfseinsatz ist völlig inakzeptabel und zu verurteilen.