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Schlagwort: Querdenken

Verletzte und Kessel bei Protesten gegen Querdenken in Karlsruhe

Heute sicherten wir mit zwei Teams die Proteste gegen die Querdenken-Demonstration in der Günther-Klotz-Anlage in Karlsruhe ab. Die Gegenproteste wurden bereits kurz nach ihrer Ankunft in der Parkanlage von der Polizei über mehrere Stunden in einem Kessel ohne Sonnenschutz festgesetzt. Abstände konnten in der Kesselsituation nicht eingehalten werden. Eine konsequente Durchsetzung der Infektionsschutzauflagen bei der Querdenkendemonstration ließ sich währenddessen nicht erkennen.

Unsere Sanitätsteams mussten während der Betreuung der Gegenproteste insgesamt 17 Personen notfallmedizinisch versorgen. Zwei Personen wurden in eine medizinische Weiterbehandlung übergeben. Wir danken der Promedic Rettungsdienst gGmbH für die gute Zusammenarbeit.

(Bildquelle u.a.: @mitdenkenKA bei Twitter)

Edit:
Korrektur der Gesamtzahl der Verletzten auf 17. (Hinzu kommt natürlich wie immer eine Dunkelziffer.)

Einsatz bei Anti-Querdenken Protesten in Stuttgart

Heute sicherten wir die Proteste gegen die höchstrichterlich verbotenen Querdenken-Demonstrationen in Stuttgart ab. Insgesamt mussten wir 6 Patient*innen (1x chirurgisch, 2x internistisch, 2x Pfefferspray und 1x psychisch) behandeln.

Der Einsatz begann gegen 11:30 mit einer Kundgebung am Karlsplatz, die von einem Fußtrupp von uns abgesichert wurde. Zeitgleich versammelte sich eine Fahrrad-Demonstration am Feuersee, die von einem Fahrrad-Team von uns begleitet wurde und einmal um den City-Ring zum Marienplatz radelte. Dort fanden sich fußläufige und radfahrende Demonstrat*innen zu einer Kundgebung zusammen, bevor in einem gemeinsamen Demonstrationszug zum Protest-Picknick auf der B14 nahe des Wilhelmplatzes gezogen wurde. Zeitgleich versammelten sich eine Berichten zu Folge dreistellige Zahl Querdenker*innen in der Stadt nahe des Kaufhofs, denen ein Teil der Demonstrant*innen mit Protest in Sicht- und Hörweite begegnen wollte. Dies wurde von der Polizei auch unter Einsatz von Pfefferspray unterbunden. Gegen 16:30 beendeten unsere Teams nach Ende der Kundgebung auf der B14 ihren Einsatz. Die Maskenpflicht wurde auf den Gegenprotesten durchgehend eingehalten.

Pressemitteilung Nr. 29 – Corona-Party mit Polizeischutz

+++ Querdenken-Demonstration läuft ohne Abstand und Masken, Polizei kesselt Gegenproteste ein, 2 Personen bei Gegenprotesten verletzt +++

Stuttgart, 03. April 2021, Am heutigen Samstag waren gleich mehrere Versammlungen aus dem Umfeld der Initiative “Querdenken711” angemeldet. Verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen riefen zum Gegenprotest auf. Mit Fahrrad und Maske wurde gegen rechte Strukturen und die Missachtung von Infektionsschutzregeln demonstriert und zeitweise die Demonstrationsroute der Querdenken-Demonstration blockiert. Die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. sicherte diese Gegenproteste mit einer Fahrradstreife sanitätsdienstlich ab. Es mussten 2 Personen behandelt werden. Unsere Sanitätskräfte wurden bei der Ausübung ihrer Aufgaben nicht behindert.

Während die Polizei schon um die Mittagszeit die Gegenproteste mit einem Großaufgebot einkesselte und später erkennungsdienstlich behandelte, sowie Platzverweise aussprach, konnte die Querdenken-Demonstration trotz massenhaft offensichtlichster Verstöße gegen die Infektionsschutzauflagen weitgehend unbehelligt ihrer Wege ziehen. Sowohl Masken, als auch ausreichende Abstände waren auf der Querdenken-Demonstration kaum zu sehen. Trotz der inzwischen durch Studien belegten Gesundheitsgefahr durch solche Aufzüge schritt die Polizei kaum ein und begründete dies mit einem angeblich dadurch entstehenden Infektionsrisiko durch Aerosole. Aus den Erfahrungen von nunmehr einem Jahr waren massive Verstöße gegen Infektionsschutzregeln bereits im Vorfeld absehbar. Trotzdem entschloss sich die Stadt Stuttgart nicht dazu, ein Verbot dieser Versammlungen auszusprechen.

Angesichts der aktuell 3. Welle der Pandemie und der sich verschärfenden Situation auf den Intensivstationen möchte die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. ihr Unverständnis über diese Vorgehensweise der Behörden zum Ausdruck bringen. Es kann angesichts der Gesundheitsrisiken für die gesamte Bevölkerung nicht sein, dass Superspreader-Events vom Staatsapperat auch noch geschützt werden, statt sie konseqeunt aufzulösen. Die Begründungen des Polizeipräsidiums Stuttgart können wir nur als absurd zurückweisen. Aerosole entstehen auch in einer großen schreienden Menschenmenge und führen ohne Maske und Abstand mit zunehmender Zeit zu mehr Infektionen. Lediglich ein schnelles und konsequentes Eingreifen hätte Übertragungen durch kürzere Kontaktzeit effektiv verhindern können. Gerne kommen wir unserem medizinischen Bildungsauftrag nach und erklären den Verantwortlichen nochmals ausführlich, dass die Infektionswahrscheinlichkeit vor allem von der Erregerdosis abhängt, die wiederrum mit der Zeit ansteigt. Wir bitten das Polizeipräsidium Stuttgart die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Infketionsschutz, insbesondere die Einhaltung der sogenannten AHA-Regeln, ernst zu nehmen und keine gegenteiligen, wissenschaftlich nicht haltbaren Theorien zu verbreiten.

Gegenproteste mit Masken werden hingegen regelmäßig eingekesselt, zusammengedrängt, sodass Abstände nicht mehr eigehalten werden können und anschließend aufgelöst. Demonstrationen, wie die Gedenkdemonstration in Hanau, bei denen eine Einhaltung der Infektionsschutzregeln erwartbar war, wurden stattdessen trotz niedrigerer Inzidenzen oft verboten. So kann nur der Eindruck entstehen, dass Polizei und Behörden immer wieder aufs Neue mit zweierlei Maß messen, statt aus den vergangenen Monaten zu lernen und konsequent den gesamtgesellschaftlich relevanten Infektionsschutz durchzusetzen.

Einsatz auf dem Fahrrad

Heute sichert ein Team von uns die Proteste gegen die Querdenken-Demonstrationen in Stuttgart ab. Da die Aktivist*innen einen mobilen Protest auf dem Fahrrad geplant haben, mussten auch wir kreativ sein und uns den Gegebenheiten anpassen. Sonst in der Regel als Fußteams unterwegs, ist der Sanitätsdienst auf dem Rad für uns keine Routine, aber sicherlich mal eine Abwechslung. Wir hoffen auf einen Tag ohne Verletzte.

Einsatz bei Protesten gegen Querdenken in Frankfurt

Heute sicherten wir die Demonstration “Solidarisch durch die Kriese”, sowie weitere Proteste gegen die verbotenen Versammlungen von Querdenken in Frankfurt a.M. ab. Die Querdenken Kundgebungen und Demonstration war im Vorfeld von der Stadt verboten wurden. Gerichte bestätigten in mehreren Instanzen die Verbote. Den ganzen Tag über missachteten Corona-Leuger*innen trotzdem die Verbote und versuchten sich in der Stadt zu versammeln. Eine antifaschistische Mobilsierung stellte sich ihnen in den Weg.

Wir bedanken uns bei den autonomen Demosanitätsstrukturen aus Frankfurt und einem weiteren Demosanitätsteam aus Köln für die gute Zusammenarbeit.