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Schlagwort: Pressemitteilung

Pressemitteilung Nr. 29 – Corona-Party mit Polizeischutz

+++ Querdenken-Demonstration läuft ohne Abstand und Masken, Polizei kesselt Gegenproteste ein, 2 Personen bei Gegenprotesten verletzt +++

Stuttgart, 03. April 2021, Am heutigen Samstag waren gleich mehrere Versammlungen aus dem Umfeld der Initiative “Querdenken711” angemeldet. Verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen riefen zum Gegenprotest auf. Mit Fahrrad und Maske wurde gegen rechte Strukturen und die Missachtung von Infektionsschutzregeln demonstriert und zeitweise die Demonstrationsroute der Querdenken-Demonstration blockiert. Die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. sicherte diese Gegenproteste mit einer Fahrradstreife sanitätsdienstlich ab. Es mussten 2 Personen behandelt werden. Unsere Sanitätskräfte wurden bei der Ausübung ihrer Aufgaben nicht behindert.

Während die Polizei schon um die Mittagszeit die Gegenproteste mit einem Großaufgebot einkesselte und später erkennungsdienstlich behandelte, sowie Platzverweise aussprach, konnte die Querdenken-Demonstration trotz massenhaft offensichtlichster Verstöße gegen die Infektionsschutzauflagen weitgehend unbehelligt ihrer Wege ziehen. Sowohl Masken, als auch ausreichende Abstände waren auf der Querdenken-Demonstration kaum zu sehen. Trotz der inzwischen durch Studien belegten Gesundheitsgefahr durch solche Aufzüge schritt die Polizei kaum ein und begründete dies mit einem angeblich dadurch entstehenden Infektionsrisiko durch Aerosole. Aus den Erfahrungen von nunmehr einem Jahr waren massive Verstöße gegen Infektionsschutzregeln bereits im Vorfeld absehbar. Trotzdem entschloss sich die Stadt Stuttgart nicht dazu, ein Verbot dieser Versammlungen auszusprechen.

Angesichts der aktuell 3. Welle der Pandemie und der sich verschärfenden Situation auf den Intensivstationen möchte die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. ihr Unverständnis über diese Vorgehensweise der Behörden zum Ausdruck bringen. Es kann angesichts der Gesundheitsrisiken für die gesamte Bevölkerung nicht sein, dass Superspreader-Events vom Staatsapperat auch noch geschützt werden, statt sie konseqeunt aufzulösen. Die Begründungen des Polizeipräsidiums Stuttgart können wir nur als absurd zurückweisen. Aerosole entstehen auch in einer großen schreienden Menschenmenge und führen ohne Maske und Abstand mit zunehmender Zeit zu mehr Infektionen. Lediglich ein schnelles und konsequentes Eingreifen hätte Übertragungen durch kürzere Kontaktzeit effektiv verhindern können. Gerne kommen wir unserem medizinischen Bildungsauftrag nach und erklären den Verantwortlichen nochmals ausführlich, dass die Infektionswahrscheinlichkeit vor allem von der Erregerdosis abhängt, die wiederrum mit der Zeit ansteigt. Wir bitten das Polizeipräsidium Stuttgart die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Infketionsschutz, insbesondere die Einhaltung der sogenannten AHA-Regeln, ernst zu nehmen und keine gegenteiligen, wissenschaftlich nicht haltbaren Theorien zu verbreiten.

Gegenproteste mit Masken werden hingegen regelmäßig eingekesselt, zusammengedrängt, sodass Abstände nicht mehr eigehalten werden können und anschließend aufgelöst. Demonstrationen, wie die Gedenkdemonstration in Hanau, bei denen eine Einhaltung der Infektionsschutzregeln erwartbar war, wurden stattdessen trotz niedrigerer Inzidenzen oft verboten. So kann nur der Eindruck entstehen, dass Polizei und Behörden immer wieder aufs Neue mit zweierlei Maß messen, statt aus den vergangenen Monaten zu lernen und konsequent den gesamtgesellschaftlich relevanten Infektionsschutz durchzusetzen.

Pressemitteilung Nr. 28 – Über 100 Verletzte bei Protesten gegen Naziaufmarsch

+++ 116 Verletzte, Polizei überrennt Verletztenablage +++

Ingelheim, 15. August 2020, Am heutigen Samstag hatte die ultra rechte Partei “Die Rechte” zur Demonstration in Ingelheim aufgerufen. Nur eine Hand voll folgte dieser Einladung.

Die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. sicherte die Gegenproteste ab, an denen deutlich mehr Menschen teilnahmen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot um den Bahnhof Ingelheim im Einsatz. Bereits kurz nach Ankunft der gemeinsamen Zuganreise gingen die Beamt*innen mit Pfefferspray gegen Teilnehmende der Gegenproteste vor um diese zur Kundgebung in der Nähe des Bahnhofs zu treiben und sie dort geschlossen über den ganzen Nachmittag festzusetzen. Der Kundgebungsort war dafür bereits vorher mit Absperrungen präpariert worden. Im Verlauf dieser in Gewahrsamnahme setzte die Polizei mehrfach Pfefferspray und Schlagstock gegen Versammlungsteilnehmer*innen ein. Dabei überrannte die Polizei auch eine deutlich erkennbare Verletztenablage des Sanitätsdienstes, trat medizinisches Material durch die Gegend und bedrohte unsere Sanitätskräfte mit dem Schlagstock. Auch wenn sich die Polizei ansonsten unseren Einsatzkräften gegenüber weitgehend kooperativ zeigte, kritisieren wir diesen Angriff auf uns aufs Schärfste.

Insgesamt mussten unsere Sanitäter*innen heute 116 Verletzte versorgen, die Meisten aufgrund des Einsatzes von Pfefferspray (90 Versorgungen). Bemerkenswert ist die hohe Zahl von Panikattakten. Während eine LED Anzeige am Polizeifahrzeug dazu aufforderte 1,5 Meter Abstand zu halten, wurden der Raum für die Demonstrant*innen immer enger und die Brutalität der Polizeimaßnahmen trug zu Traumatisierungen bei, die von unserem Team für Psychosoziale Notfallversorgung behandelt werden mussten (12 Behandlungen). Wir zählten insgesamt 13 chirurgische Patient*innen und eine internistische Versorgung. Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen.

Wir bedanken uns beim Deutschen Roten Kreuz, die mit mehreren Rettungswägen und einer Einsatzleitung vor Ort waren, für die gute Zusammenarbeit. Wir sind begeistert von der großen Solidarität und gegenseitigen Hilfsbereitschaft, die wir heute unter den Versammlungsteilnehmer*innen erfahren durften und ohne die die Verletztenversorgung deutlich schwieger geworden wäre.

(Bildquelle: Antifa Report Pfalz)

Pressemitteilung Nr. 24 – Hohe Verletztenzahlen bei Protesten gegen “Tag der Deutschen Zukunft” in Karlsruhe

+++ über 100 Verletzte, 4x Rettungsdienst, Pfefferspray- & Schlagstockeinsatz +++

Karlsruhe, den 03. Juni 2017, Die Proteste gegen den größten Naziaufmarsch 2017 “Tag der Deutschen Zukunft” in Karlsruhe wurden von der Sanitätsgruppe Süd-West in Kooperation mit anderen Organisationen sanitätsdienstlich begleitet.

Lena Schmidt, Pressesprecherin der Sanitätsgruppe Süd-West fasst den Einsatz zusammen: “Im Laufe des Tages mussten ca. 100 Patienten versorgt werden. Eine genaue Zahl konnte aufgrund der unübersichtlichen Situationen nicht dokumentiert werden. Deshalb ist auch von einer besonders hohen Dunkelziffer auszugehen. Insgesamt mussten 4 Patienten an den Rettungsdienst übergeben werden, da eine Behandlung im Krankenhaus notwendig war. Ein Großteil der Verletzten geht auf den massiven Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz der Polizei zurück.”

Aufschlüsselung der Versorgungen:
– 4x Kollaps
– 2x Nasenbluten nach Faustschlag
– 1x starke Atemnot nach Schlag auf die Brust
– 1x Schmerzen nach Rotationstrauma beider Beine
– 1x Schlag ins Genick
– 1x Schmerzen aufgrund Wurf auf PKW-Motorhaube durch Polizei
– Verletzungen durch Pfeffersprayeinsatz
– Verletzungen durch Schlagstockeinsatz

PRESSEMITTEILUNG NR. 23 – VORLÄUFIGE VERLETZTENZAHLEN BEI DEN GEGENPROTESTEN GEGEN DIE KUNDGEBUNG VON “FELLBACH WEHRT SICH” & “REBELLEN FÜR DEUTSCHLAND”

Fellbach, den 22. Oktober 2016, Die Sanitätsgruppe Süd-West sicherte am heutigen Samstag die Gegenproteste gegen die Kundgebung von “Fellbach wehrt sich” & “Rebellen für Deutschland” ab. Dem Aufruf des Bündnisses folgten über 300 Personen.

Bereits vor Beginn der Kundgebung kam es von Seiten der eingesetzten Reiterstaffel zu Provokationen, indem sie in die Gegendemonstration hinein geritten ist. Während des Demonstrationszuges von “Fellbach wehrt sich” & “Rebellen für Deutschland” wurde mehrmals massiv vom Schlagstock und Pfefferspray gebraucht gemacht. Von den SanitäterInnen und freiwilligen HelferInnen vor Ort wurden im Verlauf der Gegenveranstaltungen insgesamt 41 Patienten versorgt. Es muss von einer uns nicht bekannter Dunkelziffer ausgegangen werden. Besonders hervorgehoben werden muss ein Vorfall bei dem ein eingesetzter Beamter der Reiterstaffel gezielt sein Pferd auf den Fuß eines Gegendemonstrationsteilnehmer gelenkt hat.

 

(Stand 18:20)

 

Für Rückfragen steht Ihnen unser Pressesprecher unter 0160 430 80 60  zur Verfügung.

Pressemitteilung Nr. 21 – Presseinformation zu Protesten gegen den AfD Bundesprogrammparteitag am 30.04.2016

Stuttgart, den 28. April 2016, Die Sanitätsgruppe Süd West wird am Samstag 30. April 2016 zusammen mit anderen Sanitätsorganisationen die Gegenproteste gegen den Bundesprogrammparteitag der Alternative für Deutschland (kurz AfD), der im Internationalen Congresszentrum Stuttgart stattfindet, sanitätsdienstlich absichern.

Ab 06:00 Uhr wird unser Pressesprecherteam unter folgender Telefonnummer XXXX/XXXXXXX erreichbar sein. Bei Fragen zu unserem Einsatz steht ihnen unser Pressesprecher den Tag über gerne Rede und Antwort.

Nach Abschluss des Einsatztages werden wir wie gewohnt eine Pressemitteilung, mit den von uns erfassten Patientenzahlen veröffentlichen.