1 Jahr Polizeigewalt in Ingelheim

Anlässlich des ersten Jahrestags der bundesweit in die Kritik geratenen Gewalt der Polizei gegen Antifaschist*innen in Ingelheim fand heute an selber Stelle eine Demonstration gegen Polizeigewalt statt. Wie bereits vor einem Jahr, waren auch wir heute wieder in Ingelheim dabei, um die Proteste notfallmedizinisch abzusichern. Wir freuen uns, dass wir heute nur wenig zu tun hatten. Am Ende zählten wir lediglich 3 kleinere Versorgungen.

Hintergrund:
Vor einem Jahr sicherten wir die Proteste gegen eine Nazi-Kundgebung in Ingelheim am Rhein ab. Dabei mussten wir vorwiegend aufgrund von Polizeimaßnahmen 116 Verletzte versorgen. Sofort nach der Ankunft wurden die Gegendemonstrant*innen zunächst in einer Unterführung am Bahnhof zusammengedrängt und später in der Nähe über Stunden eingekesselt. Über den Tag hinweg kam es immer wieder zum Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock gegen die zusammengedrängten Demonstrierenden. Auch unsere Verletztenablage wurde von der Polizei überrannt. Abstände und das Tragen von Masken (diesen waren teils durch Pfefferspray getränkt) konnten nicht eingehalten werden. Die Polizeimaßnahmen lösten einige Panikattacken unter den Betroffenen aus. Im Anschluss wurde in der überregionalen Presse erhebliche Kritik an dem Vorgehen der Polizei laut.

Mehr dazu in unserer damaligen Pressemitteilung Nr. 28:


Fridays for Future Großdemonstration

Heute sicherten wir die bundesweite Großdemonstration von Fridays for Future in Frankfurt a.M. zusammen mit dem Autonomen Demosanitäter*innen aus Frankfurt ab, bei denen wir uns für die gute Zusammenarbeit herzlich bedanken wollen. Die Veranstalter*innen zählten 15.000 Teilnehmer*innen, die sich am heutigen Protest für konsequenten Klimaschutz beteiligten. Wir hatten glücklicherweise nur wenig zu tun.


Einsatz in Weimar

Am vergangenen Samstag sicherten wir zusammen mit anderen Demosanitätsgruppen die Proteste gegen den Naziaufmarsch in Weimar ab. Dabei wurden insgesamt 41 Patient*innen versorgt (18 davon von uns). Die Polizei setzte mehrfach körperliche Zwangsmaßnahmen inklusive Pfefferspray gegen die Demonstrierenden ein. Auch Demosanitäter*innen anderer Gruppen mussten trotz Kennzeichnung Angriffe durch die Polizei beklagen – wir glücklicherweise nicht. Die Left Wing Demo Medics aus Berlin schreiben dazu in ihrer Pressemitteilung: “Die Polizei hat unsere Arbeit heute gestört und uns damit auch davon abgehalten schnellstmöglich Hilfe zu leisten, als diese gebraucht wurde. Das finden wir nicht hinnehmbar.”

Wir schließen uns der Forderung an die Polizei an, Demosanitäter*innen in Zukunft nicht zu behindern und ihre Arbeit machen zu lassen.

Den anderen Demosanitäter*innen, u.a. von den Left Demo Medics, den Riot Medics Berlin, und der Allgemeine Sanitätsinitative Dresden, danken wir für die gute Zusammenarbeit.


6 Tage Ende Gelände

Gestern endete nach 6 Tagen unser Einsatz beim Prozestcamp von Ende Gelände in Brunsbüttel. Dort betreuten wir zusammen mit dem Demosanitätswachdienst – Sanitätsgruppe Süd-Ost aus Bayern die Sanitätstation.

Unsere Einsätze sind für die Veranstalter*innen politischer Proteste immer kostenlos (abgesehen diese wollen uns finanziell unterstützen). Auch bei den diesjährigen Aktionen in Brunsbüttel entstanden den Ende Gelände Strukturen keine direkten Kosten für die Sanitätstation und deren Material. Lediglich die Transportkosten nach Brunsbüttel werden getragen. Damit wir auch weiterhin politischen Aktionismus absichern und unterstützen können, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Durch kleine regelmäßige Spenden oder auch einzelne Größere könnt ihr dazu beitragen, dass auch in Zukunft die medizinische Versorgung bei Versammlungen gesichert ist.

Unser Spendenkonto:
Sanitätsgruppe Süd-West e.V.
IBAN DE92 6009 0100 0524 5980 02
BIC VOBADESS (Volksbank Stuttgart eG)
Verwendungszweck: Spende

Auf unserer Website findet ihr auch Einzugsermächtigungen für regelmäßige Spenden. Wir danken euch!


Unsere Sanitätsstation bei Ende Gelände

Während die Finger draußen in der Aktion sind und um uns herum der Wind tobt, nutzen wir die Zeit, euch unsere große Sanitätsstation vorzustellen, die wir dieses Jahr in Brunsbüttel auf dem Camp aufgebaut haben.

Vor der Station hängt unser Logo um die Station auch von Weitem erkennbar zu machen. Bei Nacht wird dieses durch einen LED-Strahler beleuchtet.

Im Eingabgsvereich der Station stehen unsere Rucksäcke und weiteres Material (z.B. ein Defibrillator) für den Außeneinsatz bereit. Ist ein Notfall auf dem Campgelände, können unsere Sanitäter*innen schnell zu Hilfe kommen.

Ebenfalls im Eingangsbereich befindet sich unsere Garderobe. So ist unsere Einsatzkleidung aufgeräumt und nicht im Weg.

Auch eine Hygienestation gibt es in unserem Zelt – für unsere und eure Sicherheit.

Unser Ambulanz-Behandlungsplatz taugt sowohl für schwere Notfälle, die im Liegen behandelt werden, als auch für kleinere Behandlungen im Sitzen. Hier gibt es neben viel Verbandmaterial aller Art auch Material für Kindernotfälle.

Unsere zwei weiteren Liegendbehandlungsplätze dienen der Behandlung und Überwachung von Personen mit schwereren medizinischen Problemen. Oft sind sie aber auch der Ausweichplatz, wenn der Ambulanzplatz bereits belegt ist.

Auch ein kleines Büro haben wir, um den Einsatz bestmöglich zu koordinieren.

Unser zweites Zelt enthält ein bis zwei weitere Behandlungsplätze für den Notfall wenn der anderen 3 nicht ausreichen sollten. Außerdem befindet sich hier unser Materiallager. Normalerweise dient das zweite Zelt auch als Ruhebereich für Menschen, die sich einfach mal ausruhen müssen. Da der Sturm allerdings keinen Helfer*innenaufenhalt in einem Pavillion vor dem Zelt zulässt, wurde dieser beim aktuellen Camp in das zweite Zelt verlegt.


Ende Gelände in Brunsbüttel

Heute beginnen bei Ende Gelände die Aktionen. Wir sichern bereits seit Mittwoch das Camp in Brunsbüttel ab und stehen auch jetzt bereit wenn Aktivist*innen nach der Rückkehr ins Camp medizinische Hilfe benötigen. Außerdem steht ein Fahrzeug bereit, welches leicht verletzte Demonstrant*innen aus der Aktion abholen oder auch Sanitäter*innen anderer Gruppen bei den Aktionen unterstützen kann.

Wir freuen uns sehr, diesen Einsatz zusammen mit unseren Freund*innen vom Demosanitätswachdienst Sanitätsgruppe Süd-Ost aus Bayern durchführen zu dürfen.


Auf dem Heimweg

Während heute in Stuttgart der Sanitätsdienst beim Klimacamp von Kesselbambule in den 2. Tag startete, unterstützten wir zusätzlich mit einem Team die Sanitätsstrukturen aus Freiburg bei der Absicherung einer überregionalen antifaschistischen Mobilisierung.

Eine hohe dreistellige Zahl Demonstrant*innen war heute nach Freiburg gekommen, um nach einem faschistischen Messerangriff ein Zeichen zu setzen. Mehrfach wurde die Demonstration von der Polizei zeitweise gestoppt. Dabei kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen mit Verletzten auf beiden Seiten.

Nun befinden wir uns nach einem anstrengenden Tag auf dem Heimweg.